Die Wettbewerbsfilme des 38. Filmfest Dresden
65 Kurzfilme aus 36 Ländern konkurrieren um 17 Preise mit einer Gesamtdotierung von 72.500 Euro
Das 38. Filmfest Dresden präsentiert 65 Kurzfilme aus 36 Ländern in seinen drei Wettbewerben. Aus rund 3.800 Einreichungen wurden 34 Filme für den Internationalen, 24 für den Nationalen und sieben für den Mitteldeutschen Wettbewerb ausgewählt. Die Wettbewerbsprogramme vereinen Welt-, Deutschland- und europäische Premieren und spiegeln aktuelle gesellschaftliche Themen wie Arbeit, Einsamkeit, (queere) Identität und Migration wider.
Wettbewerbe und Auswahl
In die drei Wettbewerbe der 38. Festivalausgabe wurden insgesamt 65 Kurzfilme aus 36 Ländern eingeladen. Die Auswahlkommissionen wählten aus rund 3.800 Einreichungen 34 (Ko-)Produktionen für den Internationalen Wettbewerb, 24 Beiträge für den Nationalen Wettbewerb sowie sieben Arbeiten für den Mitteldeutschen Wettbewerb aus. Unter den Wettbewerbsfilmen befinden sich insgesamt acht Weltpremieren, 12 Deutschlandpremieren sowie zwei Europapremieren.
Die Beiträge konkurrieren um insgesamt 17 „Goldene Reiter“ und Sonderpreise. Der im vergangenen Jahr neu eingeführte Publikumspreis im Mitteldeutschen Wettbewerb wird in diesem Jahr erstmals vom Freund:innenkreis des Filmfest Dresden gestiftet und ist mit 500 Euro dotiert. Gleichzeitig wurde das Preisgeld für den Publikumspreis im Nationalen Wettbewerb wieder erhöht. Gestiftet wird der Preis zu gleichen Teilen von den MDR-Funkhäusern in Halle und Erfurt (vertreten durch das Kurzfilmmagazin unicato). Insgesamt sind die Preise der Wettbewerbe mit 72.500 Euro dotiert.
Zahlen, Formate und Herkunft
Animationsfilme und hybride Arbeiten sind traditionell ein fester Bestandteil der Wettbewerbe. Besonders im Nationalen und im Mitteldeutschen Wettbewerb machen sie mit knapp der Hälfte der Beiträge einen bedeutenden Anteil aus.
Die Wettbewerbsfilme stammen aus insgesamt 36 (Ko-)Produktionsländern. Im Internationalen Wettbewerb sind unter anderem Produktionen aus China, Haiti, Kuba, Marokko, Neuseeland, den Philippinen und Serbien vertreten. Auch der Nationale Wettbewerb zeigt eine starke internationale Vernetzung: Fünf Filme entstanden als Koproduktionen, unter anderem mit Peru, Côte d’Ivoire und den USA.
In allen drei Wettbewerben überwiegen in diesem Jahr Arbeiten von (Ko-)Regisseurinnen deutlich. Im Nationalen Wettbewerb dominieren zudem freie Produktionen: 16 der 24 Filme wurden unabhängig realisiert, während acht Beiträge aus Filmhochschulen stammen, darunter die Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, die Bauhaus-Universität Weimar, die Filmakademie Baden-Württemberg und die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). Im Mitteldeutschen Wettbewerb wurde etwa die Hälfte der Filme unabhängig produziert.
Thematische Schwerpunkte: Arbeit, Einsamkeit, Identität und Migration
Die Wettbewerbsfilme des 38. Filmfest Dresden greifen zentrale gesellschaftliche Fragestellungen unserer Gegenwart auf. Besonders präsent sind die Themen Arbeit, Einsamkeit, (queere) Identität sowie Migration – verhandelt in dokumentarischen, fiktionalen und experimentellen Formen.
Der diesjährige Festivalschwerpunkt „Work in Progress“ spiegelt sich auch in den Wettbewerben wider. Der experimentelle Dokumentarfilm COLD CALL von Stefanie Schroeder (Mitteldeutscher Wettbewerb) untersucht digitale Arbeitsrealitäten und deren Verflechtungen mit rassistischen Zuschreibungen und globaler Ungleichheit. L’MINA von Randa Maroufi (Internationaler Wettbewerb) thematisiert die illegale Minenarbeit in der marokkanischen Bergbaustadt Jerada und inszeniert diese als kollektives Bühnenstück, entwickelt gemeinsam mit den Bürger:innen der Stadt.
Ein weiteres wiederkehrendes Motiv ist Einsamkeit, die in vielen Filmen als stiller, oft unsichtbarer Zustand erfahrbar wird. In UNBEMERKT VERSTORBEN von Alina Cyranek (Mitteldeutscher Wettbewerb) erzählen die hinterlassenen Gegenstände eines einsam Verstorbenen von einem Leben, das nahezu unbeachtet geblieben ist. Der portugiesisch-französische Animationsfilm CÃO SOZINHO (DOG ALONE) von Marta Reis Andrade (Internationaler Wettbewerb) verhandelt Einsamkeit als emotionalen Abstand innerhalb familiärer Beziehungen – jenseits offener Isolation.
Auch Fragen nach (queerer) Identität und Genderrollen ziehen sich durch mehrere Wettbewerbsprogramme. Der experimentelle Kurzfilm LOVE YOUR NAILS (Mitteldeutscher Wettbewerb) von Narges Kalhor (2024 sächsischer Filmförderpreis für SENSITIVE CONTENT), nutzt das Format der Mockumentary, um vertauschte Geschlechterrollen, alternative Geschichtsbilder und Empowerment zu thematisieren. A BLACK FAIRYTALE von Kim Sanou, Isabelle Edi und Mariama Sow (Nationaler Wettbewerb) entwirft Schwarze queere Existenzen in märchenhaften Räumen und entwickelt dekoloniale Perspektiven auf Identität und Geschichtserzählung.
Stark vertreten ist in diesem Jahr auch das Thema Migration. Im brasilianisch-portugiesischen Spielfilm QUEM SE MOVE (THOSE WHO MOVE) von Stephanie Ricci (Internationaler Wettbewerb) bewegt sich die Protagonistin zwischen queeren Partys, unerfüllter Liebe und existenzieller Unsicherheit durch ein nächtliches Lissabon. In EINE TOCHTER UND ZEHN SÖHNE (Mitteldeutscher Wettbewerb) begleiten Finn Weigt und Paula Milena Weise junge Erwachsene in Kirgistan, die zwischen russischen Prägungen eines postsowjetischen Landes und amerikanischen Zukunftsversprechen ihren eigenen Weg suchen. Die beiden Regisseur:innen wurden 2024 mit dem Goldenen Reiter im MItteldeutschen Wettbewerb für URLAUBSVERSUCHE ausgezeichnet.
Ausblick
Neben den Wettbewerben bietet das 38. Filmfest Dresden ein facettenreiches Angebot an Sonderprogrammen, die sich in diesem Jahr dem Schwerpunktthema Arbeit widmen. Insgesamt werden beim Festival über 350 Filme gezeigt. Das vollständige Programm des 38. Filmfest Dresden wird im Rahmen der Pressekonferenz am 24. März 2026 in der Schauburg Dresden bekannt gegeben.
Start der Akkreditierung
Ab sofort können sich Pressevertreter:innen für das 38. Filmfest Dresden zu Zwecken der Berichterstattung akkreditieren.