Grußwort des Staatsministers Dr. Wolfram Weimer
Wir leben in einer Epoche des Umbruchs, die unsere bisherigen Gewissheiten mit einer Geschwindigkeit auflöst, die ebenso faszinierend wie beunruhigend ist. Der technologische Wandel transformiert nicht nur unsere Ökonomie, sondern das Fundament unserer Existenz. Es ist eine Zeit, die von uns mehr fordert als bloße Anpassung; sie verlangt Gestaltungsmut in einer Ära der Ungewissheit.
„Die Arbeit ist der Eckstein, auf dem die Welt ruht, sie ist die Wurzel unserer Selbstachtung“, hat eine der treibenden Kräfte der zweiten industriellen Revolution, Henry Ford, einmal festgestellt. Doch heute, im Epizentrum der vierten industriellen Revolution, wankt dieser Eckstein. Angesichts einer Künstlichen Intelligenz, die beginnt, das menschliche Monopol auf Kreativität und Denken herauszufordern, müssen wir uns neu verorten. Es geht nicht mehr nur um effizientere Prozesse in einer global vernetzten Welt, sondern um die existentielle Frage: Was bleibt vom Menschen, wenn die Maschine übernimmt? Hier öffnet sich ein weites Feld für Diskussionen.
Das 38. FILMFEST DRESDEN widmet sich mit dem Schwerpunkt „Arbeit – Work In Progress“ genau dieser Thematik. Die Kurzfilme des Schwerpunkts bieten Denkanstöße und loten Gestaltungsmöglichkeiten in einem offenen Prozess aus – eben Work in Progress. Das Format des Kurzfilms lädt dazu ein, verschiedene Perspektiven zu erleben und sich von experimentellen Formen und Ideen überraschen zu lassen.
Mein Dank gilt dem gesamten Team um Anne Gaschütz, das mit Leidenschaft diesen wichtigen Debattenraum öffnet. Ich wünsche allen Gästen in Dresden inspirierende Begegnungen und jene erkenntnisreichen Momente im Dunkel des Kinosaals, die unser Licht auf die Welt von morgen verändern.
Dr. Wolfram Weimer
Staatsminister für Kultur und Medien
Grußwort der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch
Liebe Kurzfilmbegeisterte,
wir befinden uns mittendrin in der bis 2027 angelegten Trilogie „Generationenwandel – Neue Gerechtigkeit“. Was im vergangenen Jahr mit „Solidarisiert Euch!“ begann, wird nun mit dem Schwerpunktthema „Work In Progress“ fortgeführt. Das 38. FILMFEST DRESDEN widmet sich damit genau den Fragen, die die Gesellschaft gegenwärtig bewegen: Was ist gerecht? Was bin ich mir eigentlich wert? Und wie wollen wir in Zukunft arbeiten und miteinander leben?
Trotz angespannter Haushaltslage machen wir uns stark für das FILMFEST DRESDEN. Denn als Institution der internationalen Kurzfilmszene ist das Festival ein unverzichtbarer Ort für Austausch, Miteinander und den so wichtigen gesellschaftlichen Diskurs.
Abseits vom hektischen (Arbeits-)Alltag lenkt das Festival den Blick ins Verborgene: Was beschäftigt den Freund hinter verschlossenen Türen und was ist uns eigentlich ganz vertraut am Fremden? So werden Themen wie Einsamkeit, Identität und Migration sowohl dokumentarisch, fiktional als auch experimentell in einer unglaublichen Vielfalt beleuchtet.
Anlässlich des 90. Geburtstags von Ernst Hirsch rückt auch die Dresdner Filmgeschichte in den Fokus. Die SLUB und die Museen der Stadt Dresden haben die Privatsammlung des Dresdner Filmschaffenden erworben und präsentieren beim Festival nun Ausschnitte aus seinem filmischen Schatz.
Und auch für die Jüngsten gibt es wieder verschiedene Angebote, um in die Welt des Kurzfilms einzutauchen. Mit dem JUNGEN KURZFILMKINO wurde dabei ein neues medienpädagogisches Projekt etabliert. So werden bereits in jungen Jahren kritisches Denken und Medienkompetenz gefördert. Das Junge Kuratorium ist der beste Beweis, dass Kinder und Jugendliche uns auch beim Filmeschauen die Augen öffnen können!
Dem gesamten Festivalteam danke ich sehr herzlich für Ihr Engagement. Mein großer Dank gilt zudem allen Preisstiftern dieses Festivals, die sich in der anhaltend schwierigen Situation für die Filmschaffenden und das FILMFEST DRESDEN stark machen.
Allen Besucherinnen und Besuchern des Filmfests wünsche ich einen regen Austausch und schöne Inspirationen.
Ihre
Barbara Klepsch
Staatsministerin für Kultur und Tourismus
Grußwort von Oberbürgermeister Dirk Hilbert
Liebe Filmbegeisterte aus aller Welt,
herzlich willkommen zum 38. FILMFEST DRESDEN. Es ist immer wieder großartig und berührend, dass unsere Stadt Filmbegeisterte aus aller Welt anzieht – und das höchst erfolgreich seit fast 40 Jahren schon. Willkommen zu spannenden filmischen Experimenten und lebendigem Austausch darüber!
In diesem Jahr lautet das Filmfest-Motto „Arbeit – Work In Progress“ und setzt damit einen inhaltlichen Schwerpunkt, der viele Menschen bewegt, auch uns in der Stadtverwaltung: Mit dem Einzug vieler Ämter ins neu errichtete Stadtforum Dresden im vergangenen Jahr sind die „Neuen Arbeitswelten“ für uns schon real geworden. Das bedeutet: Jeden Tag ein neuer Arbeitsplatz und auch neue Gesichter, Telefon- und Videokonferenzen per Headset und abends statt eines normal aufgeräumten Arbeitsplatzes echter Clean Desk. New Work bietet natürlich auch völlig neue Möglichkeiten der Vernetzung zwischen den Ämtern und der Optimierung von Arbeitsprozessen, Stichwort Digitalisierung. Die Bürgernähe leidet darunter überhaupt nicht, im Gegenteil: Jüngstes Beispiel dafür ist der ausgezeichnet frequentierte und selbstverständlich rein analoge Bürgerdialog „Wiederaufbau Carolabrücke“, bei dem die Dresdnerinnen und Dresdner mit Vertretern von vier Architekturbüros ins Gespräch kamen. Kurzum: Ich bin davon überzeugt, dass im Stadtforum Dresden viele kurzweilige Work-In-Progress-Filme gedreht werden könnten.
Zurück zum Filmfest: Meinen herzlichen Dank richte ich an das Organisationsteam! Es ist bewundernswert, dass es ihm Jahr für Jahr gelingt, außer den vielen Tausend internationalen Gästen auch das Dresdner Publikum immer aufs Neue zu begeistern und die junge Generation zu gewinnen – mit überraschenden Filmvorführungen in den Dresdner Kinos und mit den eintrittsfreien Kurzfilm-Open-Airs auf dem Schloßplatz!
Nicht zuletzt deshalb begleitet die Landeshauptstadt Dresden das Filmfest von Anfang an wohlwollend und unterstützend. Außerdem: Tradition verpflichtet. Wer Kunststadt Dresden sagt, darf auch auf die Filmkunststadt Dresden stolz sein! In diesem Sinne wünsche ich dem 38. FILMFEST DRESDEN viele neugierige Besucher, spannende Filmbeiträge und Diskussionen – vielleicht kommen dadurch wiederum neue, „filmreife“ Prozesse in Gang.
Dirk Hilbert
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden