Preisträgerfilme 2026
Goldener Reiter Animationsfilm - Internationaler Wettbewerb
PARADAÏZ von Matea Radic (Kanada, 2025)
Kann es jemals leicht sein, an einen Ort zurückzukehren, den man einst sein Zuhause nannte? Wahrscheinlich nicht. Doch die Spuren der vergangenen Heimat, die wir wie Schneckenschleim hinter uns zurücklassen, machen aus, wer wir heute sind. Der Gewinnerfilm ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden durch Versöhnung und lehrt uns, dass manchmal schon die kleinste Veränderung – wie das Überkleben eines Einschusslochs mit einem Smiley-Aufkleber – uns Frieden schenken kann.
Preisstiftung: 7.500€ - Sächsische Staatskanzlei
Goldener Reiter Animationsfilm - Nationaler Wettbewerb
PROCRASTINATION YOGA von Paulina Martyna Ziolkowska (Deutschland, 2026)
Aus einem schweißgebadeten Traum schreiend aufwachen und an einen unerledigten Antrag denken. Stop-Motion, Cut-Outs, Kostüme und Filmaufnahmen. Eine faszinierende Vielfalt, ein ungewöhnlicher Rhythmus und große Sorgen.Humorvoll ist es der Filmemacherin gelungen, das Publikum zum Mitfühlen zu bringen.
Preisstiftung: 3.000€ - Deutsches Institut für Animationsfilm (DIAF) & Lumatic Animation & VFX GmbH
Goldener Reiter Kurzfilm - Internationaler Wettbewerb
WATER SPORTS von Whammy Alcazaren (Philippinen, 2024)
Unsere Kinder sind die Zukunft. Was aber wenn diese Zukunft wortwörtlich verdampft? Während Wahrnehmung, Körper und Herzen in der glühenden Hitze dahinschmelzen werden queere Choreographien voll Begehren zu Technologien des Überlebens. Ein Trip an Virtuosität und Camp, der die apokalyptische Realität einer Welt in Flammen roastet. Eine politisch scharfe, ästhetisch üppige Explosion - getragen vom Beat der Resilienz.
Preisstiftung: 7.500€ - Sächsische Landesmedienanstalt (SLM)
Goldener Reiter Kurzfilm - Nationaler Wettbewerb
BLEIFREI 95 von Emma Hütt, Tina Muffler (Deutschland, Österreich, 2025)
Dieser Film nimmt uns, in einer berauschenden Nacht, mit auf eine energiegeladene und kraftvolle Tour de Force durch das Leben dreier Frauen. Es ist eine rohe und ungefilterte Geschichte über Lust, Liebe und das Leben, in deren Mittelpunkt eine Freundschaft steht, die alles überwindet.
Preisstiftung: 3.000€ - Filmnächte am Elbufer
Goldener Reiter der Jugendjury - Internationaler Wettbewerb
QUI PART À LA CHASSE von Lea Favre (Schweiz, 2025)
Wenn diese wenigen Minuten eine schreckliche Erfahrung so eindringlich vermitteln können, dass sich jeder auf seinem Platz unwohl fühlt, dann liegt das an der Animation, die roh und fesselnd wirkt; an der Erzählweise, die einen im Ungewissen lässt und einem das Herz zerreißt; und am Drehbuch, das einen mitten in den Geschehen versetzt. Es schärft das Bewusstsein für ein Thema, das nicht nur für uns wichtig ist, sondern für jeden wichtig sein sollte.
Preisstiftung: 2.000€ - Balance Film GmbH
Goldener Reiter der Jugendjury - Nationaler Wettbewerb
BAD LUCK von Jan Eilhardt (Deutschland, 2025)
Für eine gelungene Choreografie braucht es Disziplin, aber auch Rücksichtnahme auf die Einzelnen. Dem Film gelingt es auf eine sehr humorvolle und farbenfrohe Art, die Persönlichkeiten der Protagonist:innen einzufangen und ihnen einen Raum zum Ausdruck zu geben. Damit zeigt er auf, wie viel unsere Gesellschaft durch Inklusion gewinnt. Um es mit den Worten des Filmes zu sagen: „Es lebe die Unperfektion!“
Preisstiftung: 2.000€ - Ostsächsische Sparkasse Dresden
Goldener Reiter des Publikums - Internationaler Wettbewerb
S THE WOLF von Sameh Alaa (Frankreich, 2025)
Preisstiftung: 3.000€ - Sächsische Zeitung
Goldener Reiter des Publikums - Nationaler Wettbewerb
BLOB UND DER WOLF von Georg Kästle, Valentin Bolte (Deutschland, 2025)
Preisstiftung: 4.000€ - Mitteldeutscher Rundfunk
Sächsischer Filmförderpreis - Nationaler Wettbewerb
GAÏA von Gwenola Heck (Deutschland, 2025)
Der Gewinnerfilm zieht eine Parallele zwischen Gewalt gegen die Natur und gegen den menschlichen Körper. Aus einer ökofeministischen Perspektive personifiziert die Filmemacherin ein Problem und macht es durch die auf die Geschichte zugeschnittene 2D-Animation nahbar. Die Lichttechnik setzt die finalen Akzente und vermittelt das Gefühl des Films im Bauch jeder zuschauenden Person. Wo die Rechte marginalisierter Gruppen in unserer Gesellschaft immer mehr beschränkt werden und der Staat keinen echten Schutz bietet, strahlt dieses Werk die Relevanz der Selbstbestimmung nach
außen.
Preisstiftung: 20.000€ - Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
Goldener Reiter im Mitteldeutschen Wettbewerb
UNBEMERKT VERSTORBEN von Alina Cyranek (Deutschland, 2026)
Ein Lebensende spiegelt sich auch in Dingen: Möbel, Papiere, Staub – Spuren, die sonst niemand mehr liest. Die Kamera wird dabei zum stillen Beobachter: nah, geduldig, ohne Urteil. Gerade in dieser Zurückhaltung entfaltet der Film seine besondere Kraft. Er schafft Empathie ohne ein gesprochenes Wort – für einen Menschen, den wir nie gekannt haben. Er stellt keine Fragen, gibt keine Antworten, sondern öffnet Raum für Stille, Gedanken und Mitgefühl. Was bleibt, wenn wir gehen?
Preisstiftung: 3.000€ - Filmverband Sachsen e.V.
Publikumspreis im Mitteldeutschen Wettbewerb
COLD CALL von Stefanie Schroeder (Deutschland, 2025)
Preisstiftung: 500€ - Freund:innenkreis des FILMFEST DRESDEN
Goldener Reiter für Filmton – Internationaler & Nationaler Wettbewerb
PRIMERA ENSEÑANZA von Aria Sánchez, Marina Meira (Kuba, Spanien, 2025), Sound-Design: Lilliam Chacón
Wie behält man seine Stimme, wenn man vom System zum Schweigen gebracht wird? Der Film überzeugt nicht nur mit den Fragen, die er aufwirft, sondern auch durch die klanglichen Elemente und deren hervorragende Abmischung. Damit ermöglicht der Ton ein vollkommenes Eintauchen in die Diegese.
Preisstiftung: 1.500 Euro Geldpreis FILMFEST DRESDEN & 1.500 Euro Sachwert für Studionutzung Ballroom Studios
LUCA Filmpreis für Geschlechtergerechtigkeit – Internationaler & Nationaler Wettbewerb
EL REGALO von Lara Izagirre Garizurieta (Spanien, 2025)
Wir folgen drei jungen Frauen und blicken nicht auf sie, sondern gemeinsam mit ihnen auf das rassistische System, dem sie sich entschlossen entgegenstellen müssen – ein intersektionaler feministischer Blick. Wenn sie direkt in die Kamera blicken, kehren sie die Perspektive um, und der Film schenkt uns ein Erlebnis, das wir als Zuschauer nie vergessen werden.
Es ist ein Film, der nicht dabei stehen bleibt, die Geschichte von Diskriminierung zu erzählen, sondern darüber hinausgeht. Die Protagonistinnen Desirée Clavería Duval, Samara Jiménez Vega und Aurora Cortés Clavería blicken mutig zurück und feiern freudig ihre Romnja-Gemeinschaft .
Preisstiftung: 2.000€ - LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen, Genderkompetenzzentrum Sachsen, LAG Queeres Netzwerk Sachsen
ARTE Kurzfilmpreis - Nationaler & Internationaler Wettbewerb
ACID CITY von Jack Wedge, Will Freudenheim (USA, 2026)
Im apokalyptischen Setting einer fiktiven Metropole leben alienhafte Gestalten, umgeben von einem riesigen Gewässer.
Unter sengender Sonne, eingehüllt von toxischen Schwaden scheinen die Bewohner dieses Atolls sich selbst überlassen und erzählen Episoden aus ihrem alltäglichen Leben, das einem Über-Leben gleicht.
Mit originalen Tonaufnahmen aus den Straßen von New York City, lässt dieser virtuos animierte und bildgewaltige Film die Grenzen des Realen und Surrealen verschwimmen. Dieser Film bringt uns an einen Ort, der so weit weg erscheint und gleichzeitig erschreckend nah ist. Und doch bleibt bei aller Dystopie eines bestehen: die Hoffnung. Bleiben wir also zuversichtlich!
Preisstiftung: zum Ankauf des Films - ARTE
DEFA-Förderpreis Animation - Nationaler Wettbewerb
CITY IN THE FOX von Mikael Lindskov Jacobsen (Deutschland, 2026)
In all seiner wunderbaren Schlichtheit nimmt uns dieser Film mit auf eine Reise unausweichlicher Evolution. Neugierde öffnet die Tür zu einer strahlenden und farbenfrohen Welt, doch Wissen lässt sich nicht mehr vergessen, und die Folgen können verheerend sein. Mit spielerischer Leichtigkeit und viel Liebe zum Detail hat uns dieser augenzwinkernde Animationsfilm gleichermaßen zum Nachdenken angeregt und bestens amüsiert.
Preisstiftung: 3.000€ - DEFA-Stiftung
"voll politisch" - Kurzfilmpreis für demokratische Kultur
ABORTION PARTY von Julia Mellen (Spanien, 2025)
Dieser Film hat uns in seinen Bann gezogen und uns förmlich an den Lippen der Protagonistin hängen lassen.
Dieser zeitgemäße und unerschrockene Film zeugt davon, wie wichtig Humor und unerschütterliche Beharrlichkeit sind, um sich auf politisch umstrittenem Terrain zurechtzufinden. Mit einem fesselnden Drehbuch und einem feinen Gespür für Struktur und Erzählfluss weigert sich die Filmemacherin, sich für ein konservatives Publikum höflich oder angepasst zu geben. Der Film nähert sich dem Thema körperliche Selbstbestimmung auf eine Weise, die konfrontativ und mutig ist, dabei aber vor Herz und Menschlichkeit nur so strotzt. Die Filmemacherin spielt gekonnt mit den Vorurteilen und Vorbehalten des Publikums, fordert uns heraus, ihre Lebensentscheidungen zu hinterfragen, und bringt uns dann dazu, mit ihr mitzufiebern. Die Stärke dieses Films liegt in seiner Fähigkeit, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und es zum Mitfeiern einzuladen. Uns gefiel auch der bewusst
Preisstiftung: 3.000€ - Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Dresdner Kurzfilmpreis des Verbandes der deutschen Filmkritik
경계 (BOUNDARIES) von Seun Yee (Südkorea, 2025)
Ein alltäglicher Störfall in einem Bus führt zu einer variantenreichen Etüde über Egoismus und Rücksichtslosigkeit und mündet in einer starken Metapher zu einem Konflikt der Weltpolitik. Die Regisseurin überrascht uns in ihrem vielschichtigen Animationsfilm immer wieder mit phantasievollen Wendungen, elegant komponierten Bildfolgen und einem klugen Sounddesign. Eine surreale Reflexion über Verrohung und Machtgier in der Gesellschaft.
Preisstiftung: undotiert - Verband der deutschen Filmkritik
Lobende Erwähnungen
Internationaler Wettbewerb
Goldener Reiter Bester Animationsfilm im Internationalen Wettbewerb
TUNA TARTARE von Lena Greene (USA, 2025)
- Dieser Film entführte uns aus der trostlosen Realität und versetzte uns an einen hellen, farbenfrohen und glücklicherweise fast menschenleeren Ort, der so seltsam ist, dass das Anstimmen eines Liedes nicht nur eine Möglichkeit, sondern fast schon ein Muss ist.
Goldener Reiter Bester Kurzfilm im Internationalen Wettbewerb
FUKUYAMA von Ciro Puig Bonnet (Kuba, Spanien, Haiti, 2026)
- Für die schmerzlich treffende Darstellung des modernen Lebens als Gefängnis eines unaufhörlichen Informationsstroms geht eine lobende Erwähnung an „FUKUYAMA“ von Ciro Puig Bonnet.
Goldener Reiter der Jugendjury im Internationalen Wettbewerb
ABORTION PARTY von Julia Mellen (Spanien, 2025)
- Eine lobende Erwähnung für seine erfrischende Originalität und seinen Humor gebührt dem Film „ABORTION PARTY“ von Julia Mellen.
Dresdner Kurzfilmpreis des Verbandes der deutschen Filmkritik
LE CHIEN DE SABLES (SAND DOG) von Fabien Dao (Frankreich, 2025)
- Die Jury des Verbands der Deutschen Filmkritik spricht eine lobende Erwähnung aus an den französischen Kurzfilm "LE CHIEN DE SABLES" von Fabien Dao für seine Erzählung über einen wunderbaren Brückenschlag zwischen einem verlorenen Mann und einem traumatisierten Jungen.
Nationaler Wettbewerb
Goldener Reiter Bester Animationsfilm im Nationalen Wettbewerb
RADIX von Anne Breymann (Deutschland, 2025)
- Wir sprechen die lohnende Erwähnung für einen Film aus, der eine sagenhafte Soundkulisse und fingerspitzenfühlige Stop-Motion-Animation erschaffen hat, die den Klang eines unendlichen, jedoch vertraut werdenden Universums reflektiert.
Goldener Reiter Bester Kurzfilm im Nationalen Wettbewerb
MIT EINEM FREUNDLICHEN GRUSS von Pavel Mozhar (Deutschland, 2026)
- Ein Betrieb. Abgewickelt und komplett auf den Kopf gestellt. Aus dieser Perspektive lässt uns die Kamera schauen auf verlassene Orte einer ehemals florierenden Betriebsstätte
Goldener Reiter der Jugendjury im Nationalen Wettbewerb
BLOB UND DER WOLF von Georg Kästle, Valentin Bolte (Deutschland, 2025)
- Unsere lobende Erwähnung für seine besonders atmosphärische Bildgestaltung geht an BLOB UND DER WOLF von Valentin Bolte und Georg Kästle.
Mitteldeutscher Wettbewerb
ALLES LIEGT AUF IHR UND IST DIE WELT von Annie Krause (Deutschland, 2026)
- Die Suche nach dem richtigen Weg im Leben wird durch einige Probleme zu einer großen Herausforderung. Diese werden durch eine großartige schauspielerische Leistung authentisch dargestellt und zeugen von einem sehr guten Regie-Schauspiel-Zusammenwirken.
„voll politisch“ – Kurzfilmpreis für demokratische Kultur
PARADAÏZ von Matea Radic (Kanada, 2025)
- Dieser Film hat von Anfang bis Ende einen tiefen Eindruck hinterlassen. Seine Intensität und emotionale Tiefe waren in jedem Moment spürbar, gepaart mit einer prägnanten, durchdachten Erzählung. Hinzu kommen das dynamische Sounddesign und das fesselnde Tempo. Ein wahrhaft intelligenter und inspirierender Animationskurzfilm, der uns noch lange nach dem letzten Bild im Gedächtnis geblieben ist.
Goldener Reiter Filmton
L’MINA von Randa Maroufi (Frankreich, Marokko, Italien, Katar, 2025)
- Eine lobende Erwähnung für einen vielschichtigen Sound geht an den Film L'MINA.
LUCA-Filmpreis für GeschlechterGerechtigkeit
BAD LUCK von Jan Eilhardt (Deutschland, 2025)
- Dieser Film ist ein Gemeinschaftswerk, das eine vielfältige Gemeinschaft mit viel Feingefühl und einer einzigartigen künstlerischen Vision porträtiert – und dabei dem
campigen, ekstatischen Geist des klassischen Queer-Kinos Tribut zollt.