Die Juroren des FILMFEST DRESDEN

Das FILMFEST DRESDEN beruft jedes Jahr mehrere unabhängige Jurys, die über die Vergabe der Goldenen Reiter entscheiden, darunter die Internationale Jury und die Nationale Jury, die Jury für den Filmton, für Geschlechtergerechtigkeit sowie zwei Jugendjurys.

Internationale Jury 2019

ENA SENDIJAREVIĆ, NETHERLANDS /BOSNIA AND HERZEGOVINA

ist eine in Amsterdam ansässige, in Bosnien geborene Filmemacherin. Sie studierte Filmwissenschaften an der Universität Amsterdam und der Freien Universität Berlin, bevor sie 2014 einen Abschluss als Autorin und Regisseurin an der Niederländischen Filmakademie erlangte. Sie schrieb und inszenierte mehrere ausgezeichnete Kurzfilme, darunter TRAVELLERS INTO THE NIGHT (2013) und FERNWEH (2014). Ihr letzter Kurzfilm, IMPORT (2016), wurde bei der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes 2016 uraufgeführt. Enas Debüt-Spielfilm TAKE ME SOMEWHERE NICE (2019) feierte seine Weltpremiere im Tiger-Wettbewerb beim Rotterdam Film Festival 2019, wo er den Spezialpreis der Jury gewann.


JULIEN WESTERMANN, FRANCE / GERMANY

arbeitet seit 2014 beim Clermont-Ferrand International Short Film Festival. Er studierte audiovisuelle Kommunikation und Kulturmanagement in Frankreich und Mexiko, schloss dann sein Studium der Dokumentarfilmproduktion ab, bevor er zum ISFF-Team von Clermont-Ferrand kam. Dort ist er Mitglied des Internationalen Auswahlkomitees, verantwortlich für die digitalen Medien und Koordinator des Kurzfilmmarktes. Clermont-Ferrand ISFF ist das größte Kurzfilmfestival der Welt und nach Cannes auch das zweitgrößte Filmfestival Frankreichs in Bezug auf Publikum und Fachbesucher*innen. Der renommierte Kurzfilmmarkt ist ein bevorzugter Ort für den Austausch zwischen Delegierten aus allen Bereichen der Kurzfilmproduktion weltweit. Die nächste Ausgabe findet vom 31. Januar bis 8. Februar 2020 statt. Die Veranstaltung wird von der gemeinnützigen Organisation Sauve qui peut le court métrage geleitet, die seit 41 Jahren die Kurzfilmkultur fördert und auch die führende Kurzfilm-Einreichplattform Shortfilmdepot.com betreibt.


ANETA OZOREK, NETHERLANDS / POLAND

Aneta Ozorek ist künstlerische Leiterin des KLIK Amsterdam Animation Festival, Filmkuratorin und Bildungsexpertin. Sie verfügt über 15 Jahre Branchenerfahrung in der Organisation von Filmveranstaltungen, Workshops, Ausstellungen und Festivals auf dem polnischen und europäischen Markt. Sie ist Beraterin beim Cinema in Sneakers Filmfestival in Warschau und Leiterin der Kurzfilmsektion des CEE Animation Pitching Forum. Polnische Botschafterin des European Animation Award und Mitglied der European Children Film Association. Illustratorin von sieben Kinderbüchern. Sie war bereits Jury-Mitglied bei der Berlinale, beim Odense Film Festival (Dänemark), bei Barnefilmfestiwalen (Norwegen), Primanima (Ungarn), Kineko (Japan), Baltic Pitching Forum (Litauen) und vielen anderen. Ohne Eis kann sie nicht leben.


Nationale Jury 2019

JON FRICKEY

wurde 1979 in Stade geboren. Nach seinem Diplom-Abschluss in Kommunikationsdesign an der HAW Hamburg arbeitete er als Art Director bei Scholz und Friends Berlin. Seit 2006 ist er freiberuflich als Trickfilm-Regisseur und Illustrator tätig. Für die Satire-Sendung extra3 schrieb und animierte er über 50 Beiträge. Mit der Produktionsfirma SFA, die er zusammen mit Till Penzek gründete, produziert er Animationen für WDR Quarks und Co., Arte Karambolage, die Sesamstraße (NDR/KiKa) u.a. Sein Kurzfilm CAT DAYS / NEKO NO HI feierte seine Premiere  2018 auf der Berlinale. Der Animationsfilm wurde mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt, darunter zwei Preise beim FILMFEST DRESDEN und qualifizierte sich für die Academy Awards. CAT DAYS wurde für den Deutschen Kurzfilmpreis und die European Animation Awards nominiert. Jon Frickey illustriert regelmäßig für Magazine, Packaging und Werbung und hat hierfür ADC-Auszeichungen erhalten. Jon Frickey lebt und arbeitet in Hamburg.

 


SIGRID LIMPRECHT

ist Leiterin der Bonner Kinemathek / Kino in der Brotfabrik, einem mehrfach u. a. in Nordrhein­Westfalen (NRW) ausgezeichneten Programmkino. Das Kino hat sich schon seit Jahren durch Innovationen im Bereich Veranstaltungen, Film auswertung und Kundenbindung profiliert. Außerdem ist Sigrid Limprecht Leiterin der Internationalen Stummfilmtage Bonn sowie Dozentin für Filmauswertung an verschiedenen Institutionen, u. a. bei Berlinale Talents. Sie ist Mitglied der Kinokommission der Filmförderungsanstalt und Mitglied der Großen Jury der Film und Medien Stiftung NRW. Sie entwickelte und realisierte zahlreiche Filmreihen und Kinoprojekte, z. B. die Filmnächte auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn. Als Vorstandsmitglied der AG KinoGilde engagiert sie sich u. a. für die Filmkunstmesse Leipzig. Filmpolitische Themen sind ihr ein besonderes Anliegen.


KONRAD HIRSCH

wurde 1976 in Dresden geboren. Sein erster Film war 1984 ein Kurz-Trickfilm, gedreht auf 16 mm ORWO-Color mit Playmobil-Figuren im Studio seines Vaters, des Regiekameramanns Ernst Hirsch. Zwischen 1993 und 2005 war er an der Realisierung mehrerer abendfüllender Kinodokumentationen des Regisseurs Peter Schamoni beteiligt, als Assistent, Regieassistent und Produktionsleiter. Als Regisseur arbeitete er unter anderem für den Bayerischen Rundfunk sowie für ZDF und 3sat. Seine Doku zum 100. Geburtstag der Tänzerin Palucca war 2002 Abschlussfilm beim Festival DOK Leipzig. Ab Sommer 2006 war Konrad Hirsch als Pressesprecher für die Palucca Hochschule für Tanz und ab 2010 im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Sächsischen Landesvertretung in Berlin tätig. 2012 übernahm er die Geschäftsführung der Schamoni Film und Medien GmbH und verwaltet seit dem den filmischen Nachlass von Peter Schamoni. Regelmäßig führt er Regie für Dokumentarfilm-Projekte und realisiert eigene Filmprojekte, hauptsächlich Künstlerporträts, Tanz-Dokumentationen sowie Image- und Musik-Videos.


Jugendjury Internationaler Wettbewerb 2019

MAGDALENA PÄTZOLD, 17

Als ich sieben Jahre alt war, besuchte ich das erste Mal ein Kino. Wenn ich mich richtig erinnere, hat diese Atmosphäre meine Liebe für Filme geweckt. Mit elf Jahren beschloss ich dann, Schauspielerin zu werden, und dieses Ziel habe ich immer noch. Im vergangenen Sommer hatte ich dann durch das Jugendfilmcamp Arendsee die Möglichkeit, in einem Kurzfilm vor der Kamera zu stehen. Daher sehe ich das Filmfest und die Jugendjury als eine Chance, mein Wissen zu erweitern und Erfahrungen zu sammeln – und Menschen kennenzulernen, die genau wie ich in Filmen und Kino nicht nur einfachen Zeitvertreib sehen, sondern ein Kunstwerk.


PETER M. WACKER, 20

Mit fünf Jahren habe ich meine Eltern gefragt, wie sie es hinbekommen, dass der Sandmann sich bewegt. Sie erklärten es mir und weckten damit mein Interesse für Film und speziell Animation, das bis heute anhält. Filme schauen ist mein absolut liebster Zeitvertreib – und Kurzfilme ganz besonders. Sie bieten einen kleinen Einblick in eine Welt, die mit unserer Phantasie noch viel größer gedacht werden kann. Kurzfilmmacher*innen können kurz und präzise einen Einblick in ihre Gedankenwelt geben und falls mir das nicht gefallen hat, waren es nur zehn Minuten. Ich freue mich sehr auf die Kurzfilme!


MILENA TÄSCHNER, 21

Was mich am Film so fasziniert ist die Art, wie er Menschen zum Denken und Fühlen anregt. Umso spannender ist es, wie Kurzfilme es innerhalb kürzester Zeit schaffen, ganze Gefühlswelten zu kreieren. Gerade in Zeiten, in denen faktenbasierte Information und wissenschaftliche Wahrheit an fundamentalem Wert für Demokratie und freiheitliches Zusammenleben verlieren, ereilt das Medium Film eine gewichtige, fast politische Aufgabe. Aus dieser Faszination heraus freue ich mich auf das FILMFEST DRESDEN, auf die Künstler*innen, Diskussionen, Gefühlswelten und Gedanken. Als Europäerin, Kosmopolitin und Studentin der Internationalen Beziehungen an der TU Dresden blicke ich mit Vorfreude auf die internationalen Beiträge.


Jugendjury Nationaler Wettbewerb 2019

DANIEL HOLZWARTH, 19

Als ich vergangenes Jahr mit dem Filmfest in Berührung gekommen bin, war ich schnell begeistert von der Vielzahl kunstvoller, humorvoller und aussagekräftiger Kurzfilme, welche jeweils ganz eigene Geschichten erzählen. Ich mag es, mich von einem Film fesseln und herausfordern zu lassen, wie ich es ebenso mag, überraschende Details zu entdecken. Ich bin gespannt auf den April und darauf, mich gemeinsam mit Lilia und Robert mit ausgewählten Kurzfilmen auseinanderzusetzen. Ich freue mich sehr auf das 31. FILMFEST DRESDEN und darüber, als Laie selbst mittendrin sein zu dürfen.


LILIA SOBOTTA, 17

Das Abtauchen in fremde Welten ist das, was mich am meisten an Filmen begeistert. Neue Blickwinkel und Möglichkeiten kennenzulernen, die Landschaften und Gefühle, die uns die Filmemacher*innen entwerfen und vermitteln, genau das reißt mich immer wieder aufs Neue mit. Auch die Wege, mit denen ganz bestimmte Effekte und Ausdrücke geschaffen werden, die Menschen immer wieder fesseln, empfinde ich als höchst faszinierend. Deswegen ist das Mitwirken als Jurorin des FILMFEST DRESDEN der ideale Platz für mich, denn dort habe ich die Möglichkeit, mit anderen Filmliebhaber*innen über Kurzfilme und die unterschiedlichsten Interpretationen zu diskutieren und mich auszutauschen.


ROBERT ARNOLD, 16

Seit ich, als ich klein war, im Menü von DVDs den Teil „Making Of“ entdeckt habe, hat mich die Faszination dafür, wie Filme gemacht werden, nicht mehr losgelassen. Bei eigenen Kurzfilmprojekten habe ich versucht, mich mit dem Medium auseinanderzusetzen und meine Ideen darin zu verarbeiten. Und genauso fasziniert es mich, in die Atmosphäre von Filmen einzutauchen und mich später an das Gesehene zu erinnern. Kurzfilme zeigen die Essenz einer Idee, da sie durch ihr Zeitlimit gezwungen sind, den Inhalt auf intensivste Art und Weise darzustellen. Ich bin auf die verschiedensten Bilder, Eindrücke und Situationen in den Kurzfilmen des Filmfests gespannt und freue mich auf den Austausch in der Jugendjury.

 


Filmton-Jury 2019

ALESSANDRO DE ROSA

geboren 1985, nahm sein Studium der Musikkomposition auf Anraten von Ennio Morricone auf. Er studierte bei Boris Porena in Rom und besuchte anschließend das Königliche Konservatorium in Den Haag, Niederlande. Als Komponist und Arrangeur arbeitete er mit Jon Anderson von der Band Yes zusammen. Gemeinsam mit Ennio Morricone ist er Autor des Buches „Ennio Morricone – In his own words“ (Oxford University Press, 2019) – Morricones  Autobiografie in Form von Gesprächen, die 2016 in Italien von Mondadori Libri veröffentlicht und in die gängigsten Sprachen übersetzt wurde. De Rosa arbeitet derzeit als freiberuflicher Musiker sowie als Autor und Sprecher für RAI (Radiotelevisione Italiana) und RSI (Radiotelevisione svizzera di lingua italiana).


Miryam Charles

die an der Concordia University im Bereich Kino ausgebildet wurde, hat mehrere Kurzfilme sowie die Spielfilme LE PAYS DES ÂMES und NOUVELLES, NOUVELLES produziert und fotografiert. Sie ist die Regisseurin von FLY, FLY SADNESS (Preis Best Art und Experiment beim Rendezvous du Cinéma Québécois 2016), TOWARDS THE COLONIES, A FORTRESS, DREI ATLAS (Lobende Erwähnung beim Preis „Les nouveaux alchimistes“ des Festival du nouveau cinéma 2018) und SECOND GENERATION. Sie arbeitet mit großem Engagement an der Tongestaltung ihrer Kurzfilme, um die Vielschichtigkeit ihrer Geschichten zu unterstreichen. Ihre Filme wurden bei verschiedenen Filmfestivals auf der ganzen Welt gezeigt.


JOHANNES GERSTENGARBE

Geboren in Halle, sesshaft in Dresden mit Tendenz zum Zweite-Heimat-Nashville-Vermissen, arbeitet Johannes Gerstengarbe als Musikproduzent, -pädagoge und -schaffender. Dabei kam es zu Kooperationen mit verschiedensten Künstlern, von Soundtracks für Jens Rosemann über Aufnahmen mit CJ Ramone bis zu Videos mit Deichkind und Bela B. Die Ballroom Studios haben sich durch ein großes Netzwerk zu einem Ort entwickelt, der Begegnungen unterschiedlichster Kreativschaffender ermöglicht. Dort ist er hauptsächlich tätig, lehrt aber auch Arrangement an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber und spielt gefragt sowie ungefragt öffentlich Gitarre, Bass, Flügel oder was sonst grad rumsteht.


Jury für GeschlechterGerechtigkeit 2019

SUSANNE SEIFERT

hat an der TU Dresden sowie an der Belmont University in Nashville Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaften studiert. 2009 bis 2012 war sie Mitarbeiterin der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, wo sie u. a. die Sparte Film betreute. Von 2011 bis 2018 war sie im *sowieso* KULTUR BERATUNG BILDUNG Referentin für Öffentlichkeits-  und Kulturarbeit. Für den Verein kuratierte sie seit 2012 die jährlich stattfindende Dresdner Frauen*kurzfilmnacht. Als Kuratorin der Kurzfilmprogrammreihe KLARSICHT_STREIFEN, die seit 2015 ein fester Bestandteil der Diversity Tage der TU Dresden ist, erstellt sie überdies Audiodeskriptionen für sehbehinderte sowie Untertitel für höreingeschränkte Menschen, um das besondere Erlebnis Kurzfilm möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Immer wieder wird sie von unterschiedlichen Organisationen und Bildungsträgern für die Zusammenstellung thematischer Filmprogramme angefragt. In der Jury vertritt sie das Genderkompetenzzentrum Sachsen.


ENRICO DAMME

geboren 1971, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen e. V. sowie freier Journalist und Filmemacher aus Dresden. Der studierte Kommunikationswissenschaftler arbeitet seit 2003 selbständig als Journalist, Fernsehredakteur, Kameramann und Videopodcaster. Für das FILMFEST DRESDEN produziert er unter anderem die Videopodcasts, die als Dokumentation der Highlights im Internet zu sehen sind. Für diese und andere Doku- und Reportageformate ist er als Produzent und Kameramann aktiv.

Außerdem engagiert er sich für Geschlechtergerechtigkeit – dies vor allem konstruktiv-kritisch im Sinne von Männerinteressen, wie etwa dem Schutz gegen häusliche Gewalt in Männerschutzwohnungen oder in der Gesundheitsvorsorge. Als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen organisiert er Kampagnen und ist einer der Initiatoren des Filmpreises für GeschlechterGerechtigkeit im Kurzfilm. Mit den besten geschlechtergerechten Kurzfilmen gehen die Preisstifter auch diesen Herbst auf Tour durch Sachsen, um das Thema im ländlichen Raum zugänglich zu machen.


VERA OHLENDORF

Die LAG Queeres Netzwerk Sachsen ist der Dachverband der LSBTTIQ*-Interessenvertretung in Sachsen. Unserem Netzwerk gehören derzeit 15 Mitglieder an. Wir verstehen uns als Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Community und setzen uns für mehr Sichtbarkeit und Präsenz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* und ihrer Bedarfe sowie für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in allen Bereichen unserer Gesellschaft ein. Für uns in der Jury sitzt Vera Ohlendorf. Sie studierte Philosophie und Kulturmanagement an der Universität Leipzig sowie Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin. Von 2014 bis 2018 war sie Programmkoordinatorin beim Cinematheque Leipzig e. V. und kuratierte dort u. a. thematische Filmreihen. Seit Marz 2018 ist sie bei der LAG als Projektmitarbeiterin tätig.