Die Juroren des FILMFEST DRESDEN

Das FILMFEST DRESDEN beruft jedes Jahr mehrere unabhängige Jurys, die über die Vergabe der Goldenen Reiter entscheiden, darunter die Internationale Jury und die Nationale Jury, die Jury für den Filmton sowie zwei Jugendjurys.

Internationale Jury 2018

Enrico Vannucci

geboren 1981 in Sassuolo, Italien, ist seit seiner Kindheit von Filmen begeistert, da seine Eltern ihm schon früh erlaubten, VHS-Kassetten zu schauen und mit ihnen zusammen ins Kino zu gehen. Er schloss 2007 sein Drehbuch-Studium am Centro Sperimentale di Cinematografia ab und erwarb 2008 einen MA in Filmwissenschaft an der Universität Bologna mit einer Arbeit über John Frankenheimers und Jonathan Demmes DER MANCHURIAN KANDIDAT. Seit 2010 arbeitet er in der Programmplanung für Filmfestivals und ist derzeit als Kurzfilmberater bei den Internationalen Filmfestspielen Venedig, als Kurzfilmkurator beim Torino Short Film Market und als freier Kurator tätig. In den vergangenen Jahren hat er Essays über das Ökosystem der Kurz- und Spielfilmfestivals verfasst, die auf internationalen Konferenzen veröffentlicht und präsentiert wurden. Schließlich berichtet er seit 2009 als Journalist über größere Filmfestivals.


Špela Čadež

geboren 1977, arbeitet seit 2008 als unabhängige Animationsregisseurin und -produzentin. Ihre Filme wurden weltweit gezeigt. BOLES (2013), eine kurze Puppenanimation, hat 50 Preise, Auszeichnungen und Nominierungen erhalten, darunter eine Goldene Taube beim DOK Leipzig, den Best Debut Award beim Hiroshima Festival und den Goldenen Reiter für den besten Animationsfilm beim FILMFEST DRESDEN. Der Film wurde bei 150 Festivals im Wettbewerb gezeigt. Ihr neuester Film NIGHTHAWK (2016) wurde mit 23 Preisen und Auszeichnungen prämiert, darunter Preise beim Holland Animation Film Festival und Animafest Zagreb, und wurde bei Festivals wie Sundance, Clermont Ferrand, Annecy und FILMFEST DRESDEN gezeigt. Čadež schloss 2002 ihr Grafikesign-Studium in Ljubljana ab und setzte ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln fort. Sie lebt und arbeitet in Ljubljana.


Thom Palmen

gründete 1986 das Internationale Filmfestival Umeå. Er war Vorsitzender des Verwaltungsrats der European Coordination of Film Festivals (ECFF) und Mitglied der Vorauswahlkommission für den schwedischen Staatspreis für Kurzfilme und Dokumentarfilme (Goldener Käfer). Als Jurymitglied war er Gast bei vielen internationalen Filmfestivals. Sein Debüt als Produzent, IN THE THEME (Regisseurin Olga Popova, Russland), wurde auf der Berlinale 2008 ausgezeichnet. Seitdem hat er an zahlreichen Filmen in verschiedenen Funktionen mitgewirkt. Derzeit ist er stimmberechtigtes Mitglied der European Film Academy und arbeitet als Kurator für eine Reihe von Festivals und parallel dazu an der Entwicklung von Projekten im Bereich des Kinos. Seit April 2017 ist er Geschäftsführer des Internationalen Kurzfilmfestivals Hancheng Jinzhen. Seine aktuelle Produktion PRISONER OF SOCIETY – unter der Regie von Rati Tsiteladze – wurde als bester Dokumentarfilm des Tampere Film Festivals ausgezeichnet und für einen Preis der Europäischen Filmakademie nominiert.


Nationale Jury 2018

Annika Pinske

studierte von 2004 bis 2010 Philosophie und Literaturwissenschaften in Berlin und Potsdam. Während des Studiums hospitierte sie an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz bei den Regisseuren René Pollesch und Dimiter Gottschef und arbeitete für die Filmproduktionsfirma KOMPLIZEN FILM. Von 2013 bis 2015 war sie Assistentin der Regisseurin Maren Ade (TONI ERDMANN). Seit 2011 studiert Annika Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Mit ihrem ersten Kurzfilm SPIELT KEINE ROLLE war sie für den Deutschen Kurzfilmpreis 2015 nominiert. Ein Jahr später gewann sie den Deutschen Kurzfilmpreis in Gold mit ihrem zweiten Film HOMEWORK.  Beide Filme sowie ihr letzter Kurzfilm TASCHENGELD waren zu Gast im Nationalem Wettbewerb des FILMFEST DRESDEN. Alle drei Filme wurden von der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW mit einem Prädikat ausgezeichnet. Ihr erstes Langfilmprojekt ALLE REDEN ÜBER’S WETTER (AT) soll 2019 realisiert werden.


Falk Schuster

wurde 1980 in Oschatz / Sachsen geboren. Das Designstudium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle schloss er 2009 mit Auszeichnung ab und gründete das Animationsstudio animated stories. Falk Schusters Arbeiten spielen oft mit und kombinieren verschiedene Tricktechniken. Aus diesen Möglichkeiten schöpfend zählen sowohl freie Animationsfilme, Mixed-Media-Filme als auch Auftragsproduktionen zu seinem Arbeitsspektrum. Seine Produktionen gewannen eine Vielzahl an Preisen. 2012 bekam sein Film AST MIT LAST den Preis für den besten deutschen Animationsfilm auf dem Festival DOK Leipzig. 2013 folgte der Preis für den besten Werbefilm für A RACERS SKETCHBOOK auf dem ITFS Stuttgart. Für seinen animierten Dokumentarfilm DIE WEITE SUCHEN wurde er 2016 mit dem Filmförderpreis der Kunstministerin auf dem FILMFEST DRESDEN geehrt. Seit 2014 besitzt Falk Schuster Lehraufträge an der Kunsthochschule Halle und der HFF München. Schuster lebt und arbeitet in Halle / Saale.

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Bernhard Marsch

wurde 1962 im Rheinland geboren. Von 1985 bis 2000 war er Mitglied im Kölner Filmhaus. 1986 entstand dort sein erster Kurzfilm KÖLNER BEWEGUNGEN. Sein Filmlabel RAMSCH umfasst ein umfangreiches Werk auf Super 8, 16mm und 35mm. Sein erfolgreichster Kurzfilm HALLELUJA lief 1996 u. a. im Internationalen Wettbewerb beim FILMFEST DRESDEN und beim Filmfestival in Locarno. Mit dem Musical LIEBE IST GESCHMACKSSACHE war er 1998 im Nationalen Wettbewerb in Dresden vertreten. Seit 1999 tourt er mit eigenen Kurzfilmprogrammen durch die Welt. 2008 entdeckte er das umfangreiche Oeuvre des deutsch-bulgarischen Filmemachers Maran Gosov und arbeitet seitdem zunehmend als Filmkurator. Er ist ein Motor der sogenannten Kölner Gruppe, die 2017 mit einer großen Werkschau in der Komödien-Filmreihe „Die lachenden Erben“ im Zeughauskino in Berlin geehrt wurde. Als Gründungsmitglied betreibt er mit seinen Vereinskollegen den mehrfach prämierten Filmclub 813 in Köln.


Jugendjury Internationaler Wettbewerb 2018

Johann Olenitsch, 17

Bewegte Bilder haben mich schon seit jeher interessiert und in den Bann gezogen. Nicht nur die Thematik der Filme, auch die Produktion begeistert mich immer wieder aufs Neue. Daher empfinde ich es als eine große Chance, mich beim Filmfest mit Gleichgesinnten zu treffen und auszutauschen. Meiner Meinung nach können Filme, insbesondere Kurzfilme, die Welt um uns herum ein klein wenig verändern, da sie die Gedanken, Gefühle und Handlungen der Menschen auf eine ganz besondere Art beeinflussen. Was mich dabei wohl am meisten fasziniert ist die Individualität der Künstler*innen, die in den verschiedensten Kulturen, Sprachen und Sichtweisen ihre Werke kreieren.


Elsa Bartelt, 20

Früher wollte ich nach dem Abspann immer heimlich im Kinosaal bleiben, um direkt in die Welt des nächsten Films eintauchen zu können. Die Begeisterung für die Film- und Kinowelt ist seitdem keineswegs kleiner geworden, inzwischen trifft man mich wohl aber häufiger in den Hörsälen der TU Dresden an, wo ich Kommunikationswissenschaften studiere. Für mich steht das FILMFEST DRESDEN für kulturellen und künstlerischen Austausch sowie Offenheit und Freude an neuen und fremden Geschichten, deshalb freue ich mich ganz besonders auf eine Woche mit tollen Kurzfilmen und angeregten Diskussionen.


Leonard Wilhelm, 20

Ich liebe es, Filme zu gucken – in allen Sprachen, aus allen Regionen, aus allen Perspektiven. Ich liebe es, in den dunkel werdenden Saal zu huschen, einen Platz in den vorderen hinteren Reihen für den besten zu halten und dann nur noch Lichter, Farben, Geräusche, Geschichten aufzunehmen und in ihnen zu verschwinden. Das FILMFEST DRESDEN lädt jedes Jahr zu solchen Reisen ein, die ich seit meiner Kindheit gerne miterlebe und auch an anderen Orten, wie während meines Auslandsjahres in Paris, schätzen lernte. Filmwissen und Seherfahrung sammele ich außerdem seit 2016 als Mitarbeiter der Filmgalerie Phase IV.


Jugendjury Nationaler Wettbewerb 2018

Henriette Schneider, 17

Ich habe es schon als kleines Kind geliebt, Filme im Kino zu schauen, obwohl ich damals – wohl dank meiner blühenden Fantasie – immer ein bisschen Angst hatte. Ich bin auch ein großer Freund des Kurzfilms. Seit meinem 13. Lebensjahr besuche ich das FILMFEST DRESDEN. Es ist jedes Jahr ein kleines Highlight für mich. Die Kreativität der Filmemacher*innen regt zum Nachdenken an, sie ermöglicht mir einen Blick über den Tellerrand, und sie unterhält mich auch. Noch viel mehr mag ich es aber, mich über das Gesehene und Gehörte auszutauschen, um dabei neue Blickwinkel zu finden. Ich freue mich sehr auf die Arbeit in der Jugendjury.


Simon Carl Köber, 18

Selbstverständlich liebe ich es, Filme anzusehen – und ich sehe sie mir kritisch an, sicher! Ich schaue auf die Schauspieler*innen, die Techniken, den Subtext, was der Film mir erzählt. Doch die produzierende Welt des Filmes ist mir als Theatermacher bisher fremd gewesen. Um diese Welt kennenzulernen und andere Menschen mit anderen Ideen, Meinungen, Vorstellungen zu treffen, deshalb bin ich hier; deshalb ehrt es mich, Teil der Jugendjury des diesjährigen Filmfestivals zu sein. Und nicht zuletzt kann das Gefühl eines tollen Filmes von kaum etwas übertroffen werden – vielleicht nicht mal vom guten alten Theater.


Emilia Kloss, 17

In einem Kurs in der Schule ist mir aufgefallen, wie viele Informationen eine einzige Filmminute mit sich bringen kann. Es gibt so viel wahrzunehmen, zu verstehen, zu denken. Langsam habe ich begonnen, mehr in Filmen zu suchen als einen kurzen Moment der Unterhaltung. Das gelingt mir immer mehr: Mit jedem neuen Film lerne ich, auf verschiedene Kriterien zu achten und diese in einen Kontext einzuordnen. Das FILMFEST DRESDEN vereint erfahrene und unerfahrene, aber in jedem Fall leidenschaftliche Kunstgenießer*innen und verspricht einen vielfältigen Austausch ganz nach meinem Geschmack.

 


Filmton-Jury 2018

Natalie Beridze und Nika Machaidze

Natalie Beridzeist eine georgische Komponistin und Songwriterin. Sie ist Teil des Künstlerkollektivs Goslab, betreibt  den Video-Blog Live@Twilight und unterrichtet am CES  (Creative Educational Studio) Songwriting und Musikproduktion. Seit 2004 gibt sie weltweit Konzerte und ist als  erste Performerin elektronischer Musik aus Georgien bekannt. Neben ihren Soloprojekten arbeitete sie mit Künstlern wie Gudrun Gut, Ryuichi Sakamoto oder Nika „Nikakoi“  Machaidze zusammen. Mit letztgenanntem bildet sie in  unserer Filmton-Jury ein dynamisches Duo. Auch Nika gilt  als Pionier elektronischer Musik in Georgien. Wenn er nicht  Konzerte in Europa und Übersee gibt, am CES unterrichtet  oder als Videokünstler arbeitet, dann schreibt er Musik für  Film und Theater. 

Sven Janetzko

ist freier Musiker und Performer. Er konzertiert(e) und musiziert(e) mit Deichkind, Pascal Finkenauer, Barbara Morgenstern, Bosse, Mint Mind, Glacier, Kokon u. v. a. Teilnahme an unterschiedlichsten Theater-, Film- und Videoproduktionen mit Rimini-Protokoll, Beatsteaks, Beginner, Deichkind, Sebastian Schipper. Er arbeitete als Journalist und als Grafik-Designer. Die Liebe zur Musik und zum Film begleitet ihn sein ganzes Leben lang, wobei ihm neben der Popmusik immer die Improvisation und die experimentelle Musik am Herzen liegt.


Johannes Gerstengarbe

Geboren in Halle, sesshaft in Dresden mit Tendenz zum Zweite-Heimat-Nashville-Vermissen, arbeitet Johannes Gerstengarbe als Musikproduzent, -pädagoge und -schaffender.  Dabei kam es zu Kooperationen mit verschiedensten Künstlern, von Soundtracks für Jens Rosemann über Aufnahmen  mit CJ Ramone bis zu Videos mit Deichkind und Bela B. Die  Ballroom Studios haben sich durch ein großes Netzwerk zu  einem Ort entwickelt, der Begegnungen unterschiedlichster  Kreativschaffender ermöglicht. Dort ist er hauptsächlich tä-  tig, lehrt aber auch Arrangement und Theorie an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, unterrichtet Gitarre  an der Radebeuler Musikschule und spielt gefragt sowie ungefragt öffentlich Gitarre, Bass, Flügel oder was sonst gerade  rumsteht. 


Jury für Geschlechtergerechtigkeit im Kurzfilm 2018

Susanne Seifert

hat an der TU Dresden sowie an der Belmont University in Nashville Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaften studiert. 2009 bis 2012 war sie Mitarbeiterin der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, wo sie u. a. die Sparte Film betreute. Seit 2011 ist sie im *sowieso* KULTUR BERATUNG BILDUNG Referentin für Öffentlichkeits-  und Kulturarbeit. Für den Verein kuratiert sie seit 2012 die jährlich stattfindende Dresdner Frauen*kurzfilmnacht. Als Kuratorin der Kurzfilmprogrammreihe KLARSICHT_STREIFEN, die seit 2015 ein fester Bestandteil der Diversity Tage der TU Dresden ist, erstellt sie überdies Audiodeskriptionen für sehbehinderte sowie Untertitel für höreingeschränkte Menschen, um das besondere Erlebnis Kurzfilm möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Immer wieder wird sie von unterschiedlichen Bildungsträgern für die Zusammenstellung thematischer Filmprogramme angefragt. In der Jury vertritt sie das Genderkompetenzzentrum Sachsen.


Enrico Damme

geboren 1971, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen e. V. sowie freier Journalist und Filmemacher aus Dresden. Der studierte Kommunikationswissenschaftler arbeitet seit 2003 selbständig als Fernsehredakteur, Kameramann, Podcaster und Videoproduzent. Mit dem FILMFEST DRESDEN kooperiert er, seit es die Videopodcasts gibt, die im Vorprogramm gezeigt werden. Für diese kurzen Formate ist er als Produzent und Kameramann aktiv. Zudem engagiert er sich für Geschlechtergerechtigkeit – dies vor allem konstruktiv-kritisch im Sinne von Männerinteressen, wie etwa dem Schutz gegen häusliche Gewalt in Männerschutzwohnungen oder in der Gesundheitsvorsorge. In seiner Funktion als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen gestaltet er Kampagnen und ist einer der Initiatoren des Filmpreises „Goldener Reiter* für GeschlechterGerechtigkeit im Kurzfilm“.


Vera Ohlendorf

Die LAG Queeres Netzwerk Sachsen ist der Dachverband der LSBTTIQ*-Interessenvertretung in Sachsen. Unserem Netzwerk gehören derzeit 15 Mitglieder an. Wir verstehen uns als Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Community und setzen uns für mehr Sichtbarkeit und Präsenz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* und ihrer Bedarfe sowie für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in allen Bereichen unserer Gesellschaft ein. Für uns in der Jury sitzt Vera Ohlendorf. Sie studierte Philosophie und Kulturmanagement an der Universität Leipzig sowie Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin. Von 2014 bis 2018 war sie Programmkoordinatorin beim Cinémathèque Leipzig e. V. und kuratierte dort u. a. thematische Filmreihen. Seit März 2018 ist sie bei der LAG als Projektmitarbeiterin tätig.