Die Juroren des FILMFEST DRESDEN

Das FILMFEST DRESDEN beruft jedes Jahr mehrere unabhängige Jurys, die über die Vergabe der Goldenen Reiter entscheiden, darunter die Internationale Jury und die Nationale Jury, die Jury für den Filmton sowie zwei Jugendjurys. Die Juroren des 28. FILMFEST DRESDEN finden Sie untenstehend.

Internationale Jury

Yasmeen Fanari

wurde 1981 in Kuwait geboren. Sie arbeitet als visuelle Künstlerin im Bereich Illustration und Animation. 2004 machte sie an der Universität Damaskus ihren Abschluss in Bildender Kunst. 2009 setzte sie ihr Studium an der Kingston University London fort und machte dort 2010 ihren Master in Illustration und Animation. Im September 2011 verließ sie Syrien endgültig und zog nach Frankreich. Sie ist Teilhaberin von Hecat Studio, eines VFX-/Animations-Studios in Paris.


Denis Coté

wurde 1973 in New Brunswick, Kanada, geboren. Zwischen 1995 und 2005 drehte und produzierte er 15 Independent-Kurzfilme und arbeitete gleichzeitig als Journalist und Filmkritiker. Sein erster Spielfilm, LES ÉTATS NORDIQUES (DRIFTING STATES), gewann 2005 den Goldenen Leoparden im Video-Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals von Locarno. Seitdem touren seine preisgekrönten Werke durch die Festival-Lande. VIC+FLO SAW A BEAR gewann bei der Berlinale 2013 den Alfred-Bauer-Preis (Silberner Bär).


Peter van Hoof

ist zuständig fürs Kurzfilmprogramm des International Film Festival Rotterdam, für das er auch die Spiel- und Dokumentarfilme aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara aussucht. Er war unabhängiger Programmchef beim Squat Cinema Filmhuis Cavia und dann  Gründer und Programmchef des Cinema De Balie - der Independentfilm-Abteilung im politischen Kulturzentrum De Balie in Amsterdam. Gemeinsam mit anderen gründete er Stichting De Filmbank, eine Organisation, die den niederländischen Experimentalfilm fördert. Für das Festival Into The Great Wide Open kuratiert er die Film- und Kunstsektion.


Nationale Jury

Lola Randl

wurde 1980 in München geboren. Sie macht fiktionale sowie dokumentarische Filme, persönliche und solche mit wachem Blick fürs Soziale. So spielen die zwei Staffeln ihrer Serie LANDSCHWÄRMER im eigenen Wohnzimmer bzw. Dorf in der Uckermark – wo das Private ohnehin infrage oder zumindest unter Beobachtung steht. In ihren Ausbildungsjahren von 2001 bis 2006 an der Kunsthochschule für Medien in Köln und der Drehbuchwerkstatt München realisierte sie mehrere Kurzfilme. Ihr Spielfilmdebüt gab sie 2008 mit DIE BESUCHERIN auf der Berlinale. Ein Einschnitt: Der Spielfilm DIE ERFINDUNG DER LIEBE (2013). Den Tod der Hauptdarstellerin Maria Kwiatkowsky während der Dreharbeiten integrierte Randl in das Drehbuch, wiederum Reales und Fiktion mischend. Ihr vierter Kinofilm FÜHLEN SIE SICH MANCHMAL AUSGEBRANNT UND LEER? erscheint im Sommer 2017.


Anna Wollner

wurde 1983 in Bonn geboren und war mit fünf das erste Mal im Kino. Es hat sie schon immer ins Dunkel des Kinosaals gezogen. Der familiär bedingte Umzug von Bonn nach Potsdam Babelsberg - direkt neben die Traumfabrik der Filmstudios - hat sein Übriges getan. Mit 15 hat sie das erste Mal die Schule geschwänzt, um zu den Studentenkurzfilmtagen „Sehsüchte“ zu gehen, mit 17 folgte das erste Praktikum beim Film. Während des Studiums der Kommunikations- und Medienwissenschaft und der Theaterwissenschaft hat sie erst in einem Leipziger Programmkino, dann bei Mephisto 97.6, dem Hochschulradio der Uni Leipzig, gearbeitet – in der Kinoredaktion. Sie lebt in Berlin und arbeitet als freie Filmkritikerin.


Max Hattler

arbeitet primär mit abstrakter Animation, Video-Installation und audiovisueller Performance. Seine Werke erforschen Beziehungen zwischen Abstraktion und Figuration, Ästhetik und Politik, Ton und Bild, Präzision und Improvisation. Er hat einen BA in Medien und Kommunikation vom Goldsmiths und einen MA in Animation vom Royal College of Art. An der University of East London hat er in Kunst promoviert. Seine Arbeiten wurden schon weltweit in Museen und Galerien gezeigt, er hat Auszeichnungen beim Third Culture Film Festival und beim Bradford Animation Festival gewonnen sowie verschiedene Preise für visuelle Musik. Er hat weltweit Live-Performances gegeben und war Jury-Mitglied bei über 25 Festivals. Er ist Dozent an der School of Creative Media an der City University Hong Kong.


Filmton-Jury

Anna Scholz, aka Annamateur

geboren 1977 in Dresden, studierte Musik, hätte sich aber lieber für Grafik oder Schauspiel beworben. Seit 2003 tourt sie mit ihrer Formation „Anna Mateur and the Beuys" im deutschsprachigen Raum. Dafür gab es unter anderen den Deutschen Kleinkunstpreis, den Salzburger Stier und den Bayerischen Kabarettpreis. Sie schreibt Bühnenprogramme, Songtexte und Radiokolumnen, zeichnet ihre Geschichten live auf Folien, Haut, Tische und Wände. Ihre Leidenschaft gilt Systemen zwischen Ordnung und Chaos. 2015 veröffentlichte sie mit dem „Wehwehchenatlas“ ihr erstes Buch. Wenn sie nicht mit ihrem aktuellen Programm „Protokoll einer Disko” unterwegs ist, lebt und spinnt sie im Tal unter Ahnungslosen.


Robert Seidel

lebt in Berlin als Künstler und Kurator. Seine Projektionen, Installationen und Experimentalfilme wurden auf zahlreichen internationalen Festivals, in Galerien und in Museen wie dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, dem Art Center Nabi Seoul, dem Museum of Image and Sound São Paulo und dem Museum of Contemporary Art Taipeh gezeigt. In seinen Arbeiten untersucht er die Grenzen von abstrahierter Schönheit durch visuelle sowie wissenschaftliche Techniken. Um die Möglichkeiten des experimentellen Bewegtbildes aufzuzeigen, kuratierte er Filmprogramme und Ausstellungen, unter anderem für das Filmmuseum Wien, das Haus der elektronischen Künste Basel, die Kunstsammlung Jena und das Künstlerhaus Bethanien in Berlin.

Johannes Gerstengarbe und Frank Hellwig

sind in den Ballroom Studios Dresden tätig, in denen Musik-, Video- sowie Fotoproduktionen realisiert werden. Das neueste Projekt ist das Gesprächsformat Ballroom Talk. Johannes Gerstengarbe studierte in Dresden und Nashville
und ist als Dozent für Arrangement und Theorie an der Dresdner Musikhochschule tätig. Er spielt Gitarre und hat
sich als Produzent profiliert, unter anderem mit Musik für Kurzfilme. Frank Hellwig studierte an der TU Dresden. Er
ist Kreativquelle in verschiedenen Künsten, Unternehmer, Softwareentwickler und Ingenieur. Er realisiert Medienkunstprojekte, beschäftigt sich mit elektronischer Klangerzeugung, Zeichnung und Fotografie und ist Musiker.


Jugendjury Internationaler Wettbewerb

Janek Wuigk, 17

Ich kann mir kaum einen Ort vorstellen, an welchem mehr junge, neue, einzigartige Ideen zu finden sind als beim FILMFEST DRESDEN. Die Filmemacher mit ihrem Mut, Einsatz und ihrer Freude an der Sache sind mir ein Vorbild. Seit der 8. Klasse etwa produziere ich Videos und Filme. Ich benutze sie auch, um mich für Menschenrechte einzusetzen, da ich glaube, dass der Film eine Macht wie kein anderes Medium hat. Der Film erreicht den Menschen auf eine, mit Blick auf andere Medien, unvergleichbare Art und Weise, weswegen es mir eine spannende und ehrenvolle Aufgabe ist, Mitglied der Jugendjury zu sein


Raphael Kempe, 21

Es sind Tage des intensivsten kulturellen und kreativen Austausches, die jedes Jahr im April hier in Dresden stattfinden. Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt kommen in diese Stadt, um in ihrer kreativen Sprache, dem Kurzfilm, zu Unterhalten und zum Nachdenken anzuregen. Als großer Filmliebhaber und Freund des Kurzfilms freue ich mich sehr, Teil dieses Austausches sein zu dürfen. Ich bin sehr gespannt darauf, neue Perspektiven eröffnet zu bekommen und gleichzeitig als Teil der Jugendjury ebenfalls etwas zu einem gelungenen Filmfest beizutragen, welches so eine immense Bereicherung für diese Stadt ist.


Lisa Tschöp-Mayer, 19

Meine Begeisterung für Filme begann schon vor einigen Jahren. Ich genoss es, in eine andere Welt einzutauchen und danach über die Filme nachzudenken - und das tue ich bis heute. Momentan mache ich ein FSJ Kultur beim Objektiv e. V. in Dresden und arbeite durch meine Aufgaben bereits ein bisschen mit Filmen, was mir viel Freude bereitet. Ich tausche mich gern mit anderen kreativen Menschen aus und das macht die Teilnahme an der Jugendjury des FILMFEST DRESDEN so reizvoll für mich.


Jugendjury Nationaler Wettbewerb

Viktoria Hofmann, 21

Ich liebe es, mich von Filmen überraschen, mitreißen, überzeugen, enttäuschen, erschrecken oder belehren zu lassen. Mein Interesse an Kurzfilmen wurde im Kino geweckt, hat sich durch meine praktischen Erfahrungen im Sächsischen Mediencamp gefestigt und ist seitdem weiter gewachsen. Das FILMFEST DRESDEN ist eine große Chance für mich, meinen Blickwinkel auf den Kurzfilm zu erweitern und am Festivalgeschehen, das ich bisher nur konsumiert habe, aktiv teilzunehmen. Zurzeit findet man mich am häufigsten in den Hörsälen der TU Dresden bei Germanistik-Vorlesungen.


Khaled Al Saadi, 19

Fantasievoll war ich schon immer, mein Kopf war ständig mit Geschichten überfüllt. Irgendwann entschied ich mich dazu, diese Geschichten in Form von Filmideen festzuhalten. Nach einer Weile fand ich nicht nur Gefallen am Schreiben, sondern auch am Erzählen, und drehte kurze Videos - so entstand meine Leidenschaft zum Filmen. Durch die Vielzahl an Kurzfilmen entsteht eine Ansammlung von Erzählungen von verschiedenen Kreativschaffenden aus aller Welt, und genau das lässt meine Freude auf das FILMFEST DRESDEN groß werden.


Jannis Roth, 17

Neben Theater spielen gehören Filme zu meinen Leidenschaften. Ich setze mich nach dem Schauen damit auseinander und stehe dem kritisch gegenüber. Wie haben die Schauspieler agiert? Wurde der Film gut inszeniert? Kann man sich das Drehbuch antun? So kommt es auch zum Schlagabtausch und Diskussionen mit anderen, wofür mir das FILMFEST DRESDEN die ideale Plattform gibt. Ich freue mich auf die breit gefächerte Kurzfilmwelt, um einen Blick über den Tellerrand zu wagen und verschiedene Perspektiven einzunehmen. Es gibt kein schöneres Gefühl, als sich über einen gelungenen Film zu freuen.