Bufdi-Blog: Freiwillig beim FFDD

Mehr Filmbildung in Schulen?

Bildquelle: www.kreis-mettmann.de

Alle Schüler:innen kennen es: Die klassische Dokumentation im Geschichtsunterricht oder die Verfilmung literarischer Werke, welche im Deutsch- oder Englischunterricht gezeigt werden. Film ist in der Schule teilweise ein beliebtes Medium, um bestimmte Inhalte des Lehrplans zu vermitteln. Doch für gezielte Filmbildung ist im schulischen Alltag meistens kein Platz, dabei trägt der Film heutzutage einen maßgeblichen Teil zur Mediengesellschaft sowie –kultur bei.

Es müssen nicht direkt die Regisseur:innen, Drehbuchautor:innen und Produzent:innen von morgen ausgebildet werden, doch ein wenig mehr Filmwissen würde dem schulischen Alltag sicher zu Gute kommen.

In meiner Schule gab es lediglich den WU Film (Wahlunterricht) von der achten bis zur zehnten Klasse. Mein Bruder belegte die letzten zwei Jahre diesen Kurs und konnte Film so außerhalb des gewöhnlichen Unterrichts erfahren. Die Schüler:innen schauen zusammen verschiedene Filme und besprechen hinterher beispielsweise die Filmmusik, Kameraperspektiven oder die Dramaturgie. Außerdem haben sie die Möglichkeit eigene kleine Kurzfilme mit ihren Handys zu drehen und später zu schneiden. Dafür bekommen sie lediglich ein Thema vorgeben und können ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Ich finde, das ist zumindest ein Anfang. Auch wenn der WU nur einmal pro Woche stattfindet, können Grundsteine für ein filmisches Interesse gelegt werden.

Während meines Auslandaufenthaltes in England hingegen, konnte ich das Fach „Film Studies“ als eines meiner Hauptfächer belegen. Zwar gibt es dazu erst die Möglichkeit in der Oberstufe (zumindest an meiner Schule), dennoch hatte ich den Eindruck, dass mehr Wert auf Individualität und eigene Interessen gelegt wurde. In der Oberstufe werden nur 4 Fächer gewählt, welche alle gleichmäßig unterrichtet werden. Dabei kann frei ausgesucht werden. Am liebsten hätte ich auch Mathe abgewählt, aber dies war leider von Seiten meiner Organisation nicht erlaubt (habe so gut wie nichts verstanden, hupsi). In „Film Studies“ wurde ein breites Spektrum der Filmindustrie abgedeckt. Filmgeschichte, der wirtschaftliche Hintergrund, Filmanalysen sowie kleine kreative Aufgaben waren Teil des Unterrichts. Überraschung: es war mein Lieblingsfach und ich habe mir danach immer gewünscht, in Deutschland auch so frei meine Fächer wählen zu können. Dann hätte ich mich wenigstens nicht mit Naturwissenschaften rumquälen müssen hihi. Natürlich will ich die Wichtigkeit der anderen Fächer überhaupt nicht abstreiten, eine allgemeine Bildung ist schließlich wertvoll. Doch wieso kann Film nicht auch Teil dessen sein? Es muss ja nicht gleich das neue Hauptfach jeder Schule werden…

Film ist nicht nur ein großer Aspekt der Medienwelt in der heutigen Gesellschaft, sondern kann auch eine künstlerische Verarbeitung von Realitäten und Fiktionen verkörpern. Ich finde, wenn literarische Werke und Kunstwerke besprochen werden können, dann kann einem Film auch ab und zu ein wenig mehr Bedeutung zugeschrieben werden. Gewiss geht die Filmgeschichte nicht so weit zurück wie die Literaturgeschichte, trotzdem hat sie einiges zu bieten. Kultur und Kunst sind nicht nur Bücher, genau so wie Naturwissenschaft nicht nur Mathematik ist.

2020-Impressionen und Erfahrungen

Home Office in Marburg mit Hund (Jogginghose und Pulli gehören zur Standardausrüstung)

Wow, das Jahr ist fast rum. Eigentlich wollte ich in meine nächsten Blog-Posts über Filmbildung und Film in der Schule schreiben, aber da dies mein letzter Eintrag im Jahr 2020 sein wird, kommen heute ein paar Zeilen über meine Erfahrungen, welche ich beim FILMFEST DRESDEN bisher sammeln konnte (keine Sorge, Posts über Kurzfilm und Filmbildung folgen). Rückblickend habe ich mehr ein Bewusstsein dafür entwickelt, was es heißt ein Festival vorzubereiten und konnte für mich als Person viel mitnehmen. Es ist zwar Ende Dezember und eigentlich hat die Organisation und Vorbereitung erst begonnen, dennoch gab es für mich schon den ein oder anderen „Aha-Moment“. Deswegen kommen jetzt drei kleine Wahrheiten, die ich für mich feststellten durfte:

1. Arbeiten ist anstrengender als man denkt!

Ja okay, hätte ich mir auch vorher denken können. In einen Arbeitsalltag rein geschmissen zu werden, ist erstmal eine Umstellung. In der Schule sitzt man zwar auch teilweise bis 17 Uhr, aber trotzdem ist Arbeiten etwas vollkommen anderes. Wahrscheinlich sind mehr Eigenverantwortung und Selbstorganisation dafür der Hauptgrund. Um sich in neue Themengebiete und unbekannte Arbeitsabläufe einzuarbeiten, ist ein wenig Geduld und Zeit gefragt. Schließlich müssen sich fremde Strukturen und Gewohnheiten vorerst festigen. Man befindet sich plötzlich in einer komplett ungewohnten Rolle und zumindest ich musste erstmal feststellen, dass ein Bundesfreiwilligendienst kein entspanntes Praktikum ist.

2. Überdenken hilft nicht

Leider mache ich das wirklich viel zu häufig, obwohl es total unnötig ist. Vor allem zu Beginn war ich mir sehr unsicher, ob ich alles richtig mache, ob ich gut genug im Team mithelfe und so weiter. Mir fällt es manchmal schwer einfach „abzuschalten“ und loszulegen. Doch auch das habe ich gelernt und versuche immer noch daran zu arbeiten. Ich muss mir immer mal wieder vor Augen führen, dass mein BFD ein Prozess ist und ich daraus für mich unglaublich viel ziehen kann. Sich selber stressen, ist dabei eher kontraproduktiv. Eigentlich hilft es immer, einen Schritt zurückzutreten und durchzuatmen, wenn der Berg mal wieder zu groß erscheint. Manchmal habe ich noch kleine „Überforderungsattacken“ bis ich merke, dass ich mir eigentlich keine Gedanken machen muss und mit meiner Arbeit gut dabei bin. Wie gesagt, ich arbeite daran…:D

3. Die Sichtung von Kurzfilmen kann seeeehr lange dauern

Wie in meinem letzten Blog-Eintrag schon angesprochen, sichte ich für das Open-Air und das Kinder- und Jugendprogramm. Und wer sich jetzt denkt „Ach nett, drei, vier Kurzfilme gucken, ist doch entspannt“, der hat sich geirrt. Ich saß schon Stunden vor meinem Laptop und habe gemerkt, wie schnell die Zeit während des Kurzfilm-Guckens vergehen kann. Nach einer Stunde sind vielleicht 5 Filme geschafft und ich habe noch eine Liste mit 100 Filmen vor mir. Ich will überhaupt nicht jammern, denn es macht mir wirklich Spaß einen Blick in die diesjährigen Einreichungen zu werfen und sogar eine kleine Vorauswahl für die Programme treffen zu können, doch ich habe den Zeitaufwand dahinter etwas unterschätzt. Deswegen haben auch alle Sichter:innen, die weitaus mehr sichten als ich, meinen größten Respekt neben der Arbeit noch so viele Filme zu gucken und zu bewerten. Ab und zu raucht da nämlich schon der Kopf, wenn man stundenlang vor dem Laptop sitzt und einen nach dem anderen Kurzfilm guckt.

Vielleicht sind meine Einsichten für den ein oder anderen unter euch interessant, vielleicht habt ihr euch das auch schon alles gedacht. Für mich war es wichtig ein wenig über meine Zeit bis jetzt zu reflektieren und sie wertzuschätzen. Ein weiterer Punkt, mit dem ich mich wie viele andere auch gezwungenermaßen auseinander setzten musste, ist das Home Office. Seit November arbeite ich hauptsächlich von zu Hause aus und sehe das Team nur über Laptop-Bildschirme. Es nervt, nicht alle persönlich im Büro sehen zu können und es fällt mir auch manchmal schwer, zwischen „Feierabend“ und Arbeit zu differenzieren. Beides findet schließlich an einem Ort statt. Ich kann mich glücklich schätzen, alles von zu Hause aus erledigen zu können und hoffe, dass alle Bufdis bald wieder gewohnt an ihre Einsatzstelle zurückkehren können.

Bis dahin, wünsche ich Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt gesund, macht keinen Scheiß und guckt ganz viele Filme (momentan könnt ihr sowieso nix anderes machen;))!

Behind the scenes: Meine Aufgaben beim FILMFEST DRESDEN

Ich mit Klappe bei den Moderations-Aufnahmen des Jungen Kuratoriums für den Kurzfilmtag

Heute bekommt ihr einen kleinen Einblick in meinen Alltag als Bundesfreiwillige. Wer weiß, vielleicht ist eine:r von euch schon nächstes Jahr beim FILMFEST als Bufdi tätig…

Mittlerweile bin ich nun schon fast vier Monate in Dresden und habe mich wirklich gut eingelebt. An meinem Orientierungssinn kann zwar noch gearbeitet werden, aber ansonsten fühle ich mich hier echt wohl. Natürlich hat das etwas gedauert, schließlich kannte ich hier niemanden und bin auch generell ein Mensch, der alles erstmal ganz genau beobachtet.

Anfang September bin ich direkt in den Festivaltrubel eingetaucht und konnte alles auf mich wirken lassen (ich kann euch sagen, so ein Festival bedeutet viel Stress und ist nervenaufreibend). Ein paar Aufgaben hatte ich auch zu erledigen, dennoch blieb mir viel Zeit die Programme und Events anzugucken. Ob es nächstes Jahr für mich auch so entspannt wird…? Wahrscheinlich nicht, aber das ist ja auch gut so. Inzwischen habe ich nämlich zunehmend an Selbstständigkeit und Selbstvertrauen bei der Arbeit gewonnen.

Doch was sind denn jetzt meine Tätigkeiten und wofür bin ich verantwortlich? Ich kann meine Aufgaben weitgehend eigenständig erledigen und bin wirklich froh, dass mir von Anfang an viel Vertrauen entgegen gebracht worden ist. Natürlich werden Rückfragen nicht ausbleiben, doch das ist auch nicht zu erwarten.

Momentan sichte ich, unter anderem, potentielle Filme für die Kinder- und Jugendsektion und fange bald an mir ein paar mögliche Filme für unser Open-Air-Programm anzuschauen. Irgendwie schon cool, wenn ein Teil der Arbeit, filmeschauen ist. Vor allem durch den Austausch im Team habe ich viel über das Auswahlverfahren von Kurzfilmen mitnehmen können. Mittwochs werden nämlich oft zusammen Filme für das Sonderprogramm gesichtet und besprochen.

Mein Tag besteht aber nicht nur aus Filmen. Excel-Tabellen sehe ich zum Beispiel auch häufiger mal. Ob das jetzt für das Erstellen von Serienmails, Recherche von Kontakten oder für Filmlisten ist, variiert immer mal wieder. Dafür, dass ich vorher sozusagen fast keine Erfahrung mit Excel hatte, läuft es ganz gut. Ich entdecke gefühlt jede Woche wieder eine neue Funktion des Tools, aber so wird es wenigstens nicht langweilig.

Tatsächlich sind meine Aufgaben abhängig davon, was gerade ansteht und was noch geplant werden muss. Für den Adventskalender auf unseren Social-Media-Plattformen zum Beispiel, habe ich im November geholfen ein paar Ideen zu sammeln und Inhalte rauszusuchen (kleine Werbung: guckt unbedingt bei Facebook und Instagram vorbei! In unserem Adventskalender gibt es tolle Rezepte, Filmempfehlungen und die Meinungen unseres Festivalhundes Mila zu sehen).

Ich bin gespannt, was mich im neuen Jahr erwartet und welche Aufgaben ich übernehmen werde. Ich freue mich total darauf und bin jetzt schon ein bisschen geschockt, dass ein Drittel meines BFDs bald rum sein wird… Vier Monate vergehen eben doch schneller, als man denkt.

Falls es euch in den nächsten Tagen mal zu langweilig werden sollte, habe ich hier einen Tipp für euch: Vom 19.-21. Dezember gibt’s bei uns im Rahmen des Kurzfilmtages einen kleinen Ausschnitt des letzten Festivalprogrammes online zu sehen! Bei diesem Projekt habe ich mich übrigens primär um die Filmanfragen gekümmert. Das Junge Kuratorium stellt nochmals einige Filme vor und ich kann euch versprechen, es lohnt sich auf jeden Fall auf unserer Website vorbei zu schauen! Ich wünsche euch Frohe Weihnachten und eine erholsame Zeit. Bleibt gesund!

Bufdi-Blog? Was soll das sein?

Vielleicht stellst Du dir auch gerade diese Frage. Ich bin Hannah und mache dieses Jahr einen Bundesfreiwilligendienst beim FILMFEST DRESDEN. Ursprünglich komme ich eigentlich aus Hessen und wohne über 400km von der sächsischen Hauptstadt entfernt. In diesem Blog soll es primär um die Erfahrung als Freiwillige:r und natürlich den Kurzfilm gehen. Eine Plattform für alle Fimbegeisterten und Interessierten an einem kulturellen freiwilligen Jahr unter euch.

Sooo jetzt erstmal zu den Basics. Wie bin ich überhaupt beim Filmfest gelandet und warum habe ich mich dazu entschlossen, ein Jahr lang als Freiwillige zu arbeiten? Meine Begeisterung für Film und Kino spielte für meine Bewerbung wohl die wichtigste Rolle. Zwar habe ich noch nie an einer Filmproduktion mitgearbeitet (auch wenn das sicherlich mal spannend wäre), jedoch liebe ich es mich mit Filmen und deren Hintergründen zu beschäftigen. Durch meinen halbjährigen Aufenthalt in England, bei dem ich mit 15 Jahren eine englische Schule nicht weit von London besuchte und dort für knapp 6 Monate bei einer Gastfamilie wohnte, begann ich erstmals eine Faszination für das Medium des Films zu entwickeln. Glücklicherweise konnte ich dort nämlich das Fach Film Studies belegen und von einem anderen Blickwinkel in die Welt des Films eintauchen. Wir setzten uns unter anderem mit filmgeschichtlichen Klassikern wie Hitchcock’s Psycho auseinander oder analysierten die Symbole in Mendes‘ American Beauty.

Eine Möglichkeit wäre natürlich gewesen direkt mit einem Studium im Bereich Film und Medien anzufangen, doch dazu fühlte ich mich noch nicht bereit. Heutzutage gibt es vor allem im Medienbereich ein unglaublich vielfältiges Angebot an Studiengängen, sodass ich mir nicht sicher war, welches Studium zu mir passen könnte. Na gut, vielleicht hätte man sich auch etwas intensiver und zeitiger drum kümmern können, aber diesen Punkt lassen wir einfach mal außen vor… Das Interesse an einem Bundesfreiwilligendienst kam mehr oder weniger spontan. Ich überlegte also,was ich mit meinen Interessen noch so alles machen könnte außer direkt an eine Universität oder Hochschule zu gehen. Und so fing ich an rum zu googeln und stieß irgendwann auf die Seite der LKJ (Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung) Sachsen e.V.! Auf der Website konnte ich Angebote freier Einsatzstellen ansehen und bewarb mich somit letztlich bei der Filminitiative Dresden e.V. Zugegeben hatte ich ein wenig Glück, denn dies war auch die einzige Stelle, bei der ich mich beworben habe. Es war also definitiv eher eine Sache des Zufalls (oder Schicksals, je nachdem woran man glaubt), dass ich hier in Dresden gelandet bin. Abgesehen davon war das Ganze auch eher spontan und kurzfristig, als durchgeplant. Zwischen meiner Zusage der Stelle und dem Beginn meiner Arbeitszeit lagen nämlich nur etwa drei Wochen. Es verlief aber alles weitgehend problemlos. Ich bin gut angekommen und könnte nicht glücklicher mit meiner Stelle beim FILMFEST DRESDEN sein. Manchmal klappen die spontanen Dinge eben doch am besten!

Im Laufe eines freiwilligen Jahres, ist jede:r Freiwillige:r dazu angeregt, ein eigenes Projekt zu entwerfen und auf die Beine zu stellen. Dabei gibt es kaum Grenzen oder Regeln, solange man es finanzieren kann und die Einsatzstelle damit einverstanden ist.  Wer hätte es gedacht, denn mein Projekt soll dieser Blog werden. Ich habe mich dazu entschieden, weil es einerseits zu der Verarbeitung meiner eigenen Erfahrungen dienen und dabei auch gleichzeitig anderen Jugendlichen ein wenig Einblick in ein freiwilliges kulturelles Jahr gewähren soll. Andererseits werden von mir geschriebene Artikel oder Reviews zur Kurzfilmbranche erscheinen sowie Berichterstattungen über bestimmte Themen, die mich persönlich ansprechen und für ein junges Filmpublikum interessant sein könnten. Meine Posts werden hier alle zwei Wochen mittwochs auf der Website erscheinen. Es bleibt also spannend!

Das Projekt geht ausschließlich von meinem Standpunkt aus, der Blog ist keine rein objektive Plattform mit informativen Texten. Ich werde meine eigene Meinung zu ausgewählten Themen und Ereignissen preisgeben und die Internetwelt daran teilhaben lassen. Natürlich betreibe ich vorher Recherchen, um nicht blind über die entsprechende Materie zu schreiben. Dennoch sollen meine Erfahrungen und Gedanken im Vordergrund stehen, über die sich jeder sein eigenes Bild schaffen kann. Der Bufdi-Blog ist nun also offiziell ins Leben gerufen worden, jetzt kann es ja nur noch gut werden… ;)