Die Vorjurys des FILMFEST DRESDEN

Für einige unserer Sonderpreise nominieren Vorjurys unter einem besonderen, thematischen Augenmerk Filme aus den Wettbewerben aus. Diese nominierten Filme werden dann in Sonder-Screenings während des Festivals präsentiert und die jeweilige Jury bestimmt den Gewinnerfilm. Dies betrifft die drei Filmpreise Goldener Reiter Filmton, LUCA-Filmpreis für GeschlechterGerechtigkeit sowie "voll politisch" - Kurzfilmpreis für demokratische Kultur.

VORJURY FILMTON

ELISABETH THOMAS

Film – und besonders der Kurzfilm – begleitet mich schon seit vielen Jahren: von prägenden Filmfestivalbesuchen bis hin zur Organisation eines eigenen Kurzfilm-Open-Airs in der sächsischen Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin. Bereits in meinem Studium der Kultur- und Medienpädagogik habe ich mich intensiv mit Audio und Ton auseinandergesetzt. Sound und Musik sind für mich zentrale Elemente des Films, die Wahrnehmung, Atmosphäre und emotionale Tiefe maßgeblich formen. Beim Filmschauen spüre ich immer wieder, wie sehr der Ton mein Erleben beeinflusst und oft noch lange nachwirkt.

MARIA MARINA

Ich bin eine 21-jährige Filmemacherin und Absolventin des Studiengangs Darstellende Kunst an der Université Paris 8. Mit 16 Jahren begann ich Filme zu drehen und habe seitdem die Filmsprache durch Kurzfilme, Filmkritiken und meine Teilnahme an Filmfestivals erforscht. Derzeit studiere ich Dokumentarfilm an der Zelig Film School. Inspiriert von Robert Bressons Idee, dass „das Auge besser sieht, wenn der Ton gut ist“, interessiere ich mich besonders dafür, wie Ton Emotionen, Rhythmus und Bedeutung in Filmen prägt.

IVAN OLARTE

Iván Olarte, kolumbianischer Klangkünstler, Produzent von Ambient-Musik für Filme und Soundtracks, unabhängiger Filmemacher, Autor und Forscher der Verbindung zwischen Ton und Bild.

THOMAS STILLE

ist ein Klangvisionär, dessen Schaffen sich an der Schnittstelle von Kunst, Musik und Technologie entfaltet. Seit 2019 prägt er als technischer Leiter die Schmalfilmtage Dresden. Seine künstlerische Reise begann in den 90ern, als er als DJ und Soundartist experimentelle Klangwelten erschuf. Als Gründungsmitglied der Elektronikband K.Pelle sowie als Komponist für Filmmusik hat er akustische Narrative geformt. Parallel dazu bewegt sich Stille im Spannungsfeld zwischen Kunst und Ingenieurskunst: Er war Sounddesigner für die Daimler AG, entwickelte Studiomonitore mit M. Zoller Acoustic und baute Tonstudios für innovative Musikproduktionen. Als IT-Consultant an der Botschaft Jamaikas in Berlin verband er technisches Know-how mit interkultureller Vermittlung.

MAX GAUSEPOHL

ist Musiker und Sounddesigner. Seine Arbeit umfasst neben der Tongestaltung für Animationsfilme auch Live-Elektronik und Spatial-Audio-Performances in Ensembles oder am Theater. Als Teil des Kollektivs DETEKTOR entwickelt er die klangliche Konzeption von Hörspielen, die als performative Formate zur Aufführung kommen. Seine Begeisterung für Filmton basiert auf der Wirkungsmacht von Klang. Er entzieht sich der bewussten Wahrnehmung und ist dennoch der entscheidende Faktor für die Immersion und Intensität eines Films. Ein Film kann auf unzählige verschiedene Weisen sinnhaft vertont werden und es gibt nicht „den einen richtigen“ Weg, weshalb die Grundlage einer guten Gestaltung immer eine tiefere Auseinandersetzung mit der Erzählung ist.

SHAHRUKH KHAN

Ich habe einen Bachelor-Abschluss in Filmwissenschaften an der SZABIST in Pakistan erworben, wo ich mit dem Schreiben und Produzieren von Kurzfilmen und Dokumentarfilmen begann. Mein erster Dokumentarfilm WHAT A WASTE wurde 2017 für die International Cannes Short Film Corner ausgewählt. Seitdem haben Filme wie WOLF MAN, MY NAME IS SHAHRUKH KHAN, I SHALL NOT HEAR LOVE, A HEREDITARY HEART, BENEATH THE FEET, FOOD FOR THOUGHT und 6/6 lokale und internationale Auszeichnungen erhalten. Mein jüngster Dokumentarfilm THE FLOATING FAMILY wurde bei den Vereinten Nationen gezeigt. Derzeit absolviere ich einen Master in Expanded Media an der Hochschule Darmstadt. Ich glaube, dass der Ton die Seele des Films ist, da er das Publikum in Welten voller Möglichkeiten entführt und ein zutiefst intimes Hörerlebnis schafft.

VORJURY LUCA

FATMA KÜTLE

studierte Ethnologie sowie Bildungs- und Kulturwissenschaften in Leipzig und Jena. Seit Mitte 2025 ist sie als Bildungsreferentin im Genderkompetenznetzwerk Sachsen in Dresden tätig. Ein früherer Schwerpunkt auf rassismuskritische Perspektiven, insbesondere antimuslimischen Rassismus, wurde im Genderkompetenznetzwerk durch die Auseinandersetzung mit Gender und Themen der Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung im Sinne eines intersektionalen Ansatzes ergänzt.

ANTHONY RIN KLUGE (dey)

ist seit 2022 Teil des FILMFEST-DRESDEN-Teams. Dey engagiert sich für Themen wie trans* und nicht-binäre Identitäten, Neurodivergenz und mentale Gesundheit. Als Teil der queeren Szene ist dey auf Veranstaltungen und Demos präsent – mal laut und stolz, mal leise und emotional, mal wütend, mal hoffnungsvoll. Dey ist Filmenthusiast:in mit einer großen Leidenschaft für Storytelling in all seinen Formen, von (Kurz-)Filmen über Literatur bis hin zu Videospielen und „Dungeons & Dragons“.

THOMAS QIU HÖNEL

Dresdner Männer-Coach und Trainer (geb. 1967), Referent der LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen e. V., Künstler/Visualisierer; Fokus: progressive, genderreflektierte Männerarbeit Dresden.

VORJURY "VOLL POLITISCH"

MAIKE VON HARTEN

ist freie Mitarbeiterin beim Montagscafé am Staatsschauspiel Dresden – einem offenen Raum mit wechselndem Kulturprogramm für Dresdner:innen mit und ohne Migrationserfahrung. Sie ist außerdem Teil des FLINTA*-Technik Kollektivs Kabelbrand, das Kundgebungen, Demonstrationen und Veranstaltungen unterstützt.

LEO LENTZ

Vielfalt und Gleichstellung waren stets präsent in meinem beruflichen oder privaten Engagement. Ehrenamtlich engagiere ich mich in der Wir AG in der Neustadt, einem Raum für politische, kulturelle und nachbar*innenschaftliche Projekte. Ein Ort, an dem Ideen entstehen, diskutiert und umgesetzt werden können. Filme haben das Potential, gesellschaftliche Debatten aufzugreifen und Perspektiven zu vermitteln, die sonst oft übersehen werden – genau das macht die Arbeit in der Vorjury für mich so spannend.

LAURA SCHULZE

interessiert sich für politische Fragen und engagiert sich ehrenamtlich für Gedenkarbeit. Sie ist beeindruckt von den filmischen Ausdrucksmöglichkeiten, gesellschaftspolitische Themen zu verhandeln. Eine Zeit lang war sie als Projektkoordinatorin beim FILMFEST DRESDEN unter anderem für die Sektion etc. – events.trainings.connections. verantwortlich, nun ist sie unter anderem für das Neisse Film Festival und das DOK Leipzig tätig.

FANNY VILDEBRAND

hat mal irgendwann was mit Medien- und Theater in Leipzig studiert und ist über Dresden weiter ostwärts in die Oberlausitz gewandert, immer auf der Spur großartiger Filmfestivals und kleiner, feiner Programmkinos, die es auch mitten in der Pampa gibt. Als Beobachterin, Mitgestalterin und Botschafterin des ländliches Raums bringt sie eine besondere Perspektive auf Filmkunst und demokratische Kultur mit.

SARAH CHRISTOPHER

studierte Romanistik, Kultur- und Literaturwissenschaften und entwickelte früh ein Interesse an der Verbindung von künstlerischem Ausdruck im Film und gesellschaftlichen Repräsentationen. Ihr Fokus liegt darauf, wie Filme soziale Wirklichkeiten abbilden, hinterfragen und neu verhandeln können, besonders durch emotionale und ästhetische Strategien, die Machtverhältnisse sichtbar machen. Vor ihrer Tätigkeit beim FILMFEST DRESDEN sammelte sie vielfältige Festivalerfahrung unter anderem beim Filmfest Hamburg und der Berlinale. Seit November 2025 ist sie Teil des Teams und begeistert sich vor allem für den Kurzfilm als verdichtete, experimentelle und politisch prägnante Ausdrucksform.